Gernstl unterwegs in den Süden

Gernstl unterwegs in den Süden

Franz X. Gernstl und seine beiden Kumpane hat die Reiselust gepackt. Aber den drei Profi-Flaneuren gefällt es auf ihrer Reise in den Süden nicht auf der Brenner-Autobahn. Sie pflegen eine kultiviertere Art des Reisens. Für ihre filmische Alpenüberquerung wählen sie kleinere, weniger befahrene Straßen und entdecken dabei Menschen und Geschichten, die dem zielstrebig Reisenden verborgen bleiben.

In Fügen, am Anfang des Zillertals, präsentieren sich die Tiroler Berge in ihrer ganzen Pracht. Im Goglhof gibt es gerade einen Jodelkurs für deutsche Touristen - inklusive Jodeldiplom. Das lässt sich Reporter Franz Gernstl natürlich nicht entgehen.

Unten im Tal trifft er einen alten Bekannten. Herbert Holzer ist Modellbauer, ein detailverliebter Perfektionist. Die aktuelle Maschine "fliegt wie eine Große", meint er. Fürs Cockpit hat er sich selbst im 3D-Druckverfahren reproduzieren lassen.

Einem Bergbauern, der seiner Liebe zum Schreiben frönt, begegnet Gernstl in den Kitzbüheler Alpen: Sepp Kahn weist den Titel "Literat" bescheiden von sich. Schreiben sei sein Hobby, erzählt er, und die Geschichten fielen ihm einfach so zu, oben auf der Alm oder auch im Tal.

In Hall in Tirol entdeckt das Filmteam ein extravagantes Start-up-Unternehmen: Daniel Flock und Markus Schreiner züchten "Tiroler-Alpen-Garnelen". In wohltemperierten Salzwasserbecken wachsen die exotischen Krebstiere stressfrei und ohne Antibiotika heran - eine wahre Delikatesse.

Während Gernstl durch die mittelalterliche Altstadt von Hall flaniert, kommt Hermann Graber mit seinem soeben erschaffenen "kubistischen Christus" angeradelt. Er nimmt Gernstl mit in sein Freiluft-Atelier: an den Inn, an dessen Ufer der Künstler Treibholz und andere Fundstücke sammelt, aus denen er Skulpturen montiert.

In Innsbruck, der Hauptstadt Tirols, verschlägt es das Team in die Markthalle. Hier trifft Gernstl auf Sabine Schöffauer. Die ehermalige Stewardess betreibt jetzt einen kleinen Schusterladen. "Ihre erste vernünftige Tätigkeit", erzählt sie, während sie Gernstls alte Stiefel neu besohlt, "denn damit kann ich Leute glücklich machen - dich vielleicht auch."

Am Ende der ersten Etappe ihrer Reise treffen die Drei im roten Bus einen Abenteurer, der ebenfalls die Kunst des entschleunigten Reisens pflegt: Claudio Paris ist mit einem Reit- und einem Packpferd unterwegs nach Dresden. Dort will er seinen Sohn besuchen. 30 Tage dauert die Reise von Pergine über den Brenner bis an die Elbe. "Und zurück ebenso lange", lacht der Italiener.

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