Geisterorte
Viele österreichische Dörfer gleichen mittlerweile Geisterorten. Die Jungen sind bei der Arbeit in der großen Stadt, die Alten bleiben in ihren Häusern. Wo früher ein belebtes Dorfleben Realität war, ist heute kaum mehr etwas los. Das Wirtshaus hat vor kurzem zugesperrt, der örtliche Greißler, die Postfiliale und die Gendarmerie schon vor Jahren. Nur ab und zu verirrt sich einer aus der Großstadt in die verlassenen, ländlichen Gebiete, um zu bleiben. Wohnraum gibt es hier zum Spottpreis. 302 von 2100 Gemeinden in Österreich waren 2016 von Abwanderung betroffen. Am stärksten betroffen sind Gebiete, die fast ausschließlich von Schwerindustrie oder Landwirtschaft leben oder einfach schwer erreichbar sind. "Die Bevölkerung", sagt Tatjana Fischer von der Universität für Bodenkultur Wien, "wird sich in den nächsten Jahrzehnten zunehmend in den Ballungsräumen der Städte konzentrieren." R: doris Plank