Fremde Kinder

Fremde Kinder

Mit gerade einmal zehn Jahren steht Rakeeb bereits voll im Leben. Nach der Schule arbeitet er in einem kleinen Kino in der Hafenstadt Chandpur in Bangladesch als Filmvorführer. Ein Job, den er macht, seit er sieben Jahre alt ist, und den er sich eigentlich mit seinem großen Bruder teilt. Doch der Ältere muss meist lernen, oder er geht mit seinen Kumpels aus. Im Kino gilt er als unzuverlässig, was Rakeeb sehr ärgert, denn dann muss er wieder einspringen. Die Mutter ist zwar voller Stolz über das gekonnte Hantieren mit den großen Bollywoodfilmrollen ihres Jüngsten, manchmal überfordert sie ihn aber auch. Dann herrscht Streit in der Familie, und Rakeeb bricht in Tränen aus. Trost und die Möglichkeit, den Alltagssorgen und Widrigkeiten einer gespaltenen Familie zu entkommen, findet Rakeeb in der Traumwelt des Films - das funktioniert in Bangladesch wie überall auf der Welt. Der renommierte Filmautor Shaheen Dill-Riaz begleitet den kleinen Rakeeb in seinem Alltag. Aus der Perspektive des Jungen entsteht eine Hommage an die mechanische Wunderwelt des Films. Dill-Riaz, 1969 in Dhaka, Bangladesch geboren, kam 1992 über ein Stipendium des Goethe-Instituts nach Deutschland und studierte zunächst Kunstgeschichte in Berlin, dann Kamera in Potsdam. In seinen mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilmen wie 'Sand und Wasser' (2002) und 'Eisenfresser' (2007) setzt er sich regelmäßig mit der Lebens- und Arbeitssituation in seinem Geburtsland auseinander. Sein letzter Film 'Korankinder' (2009) gewann den Publikumspreis auf der Duisburger Filmwoche 2009. 3sat zeigt 'Der Vorführer', ein Film aus der 3sat-Dokumentarfilmreihe 'Fremde Kinder', im Rahmen seines diesjährigen Programms anlässlich der Duisburger Filmwoche. Am Dienstag, 6. November, 22.25 Uhr, setzt 3sat sein Festivalprogramm zur Duisburger Filmwoche mit dem Dokumentarfilm 'Sonnensystem' von Thomas Heise fort.

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