Fluchtziel Berlin - die überforderte Hauptstadt
In der Reihe "Flüchtlinge: Willkommen oder unerwünscht?" blickt die "ZDF.reportage" nach Berlin. Von circa 60 000 Flüchtlingen spricht der Senat - eine riesige Herausforderung für die Stadt. Die dramatischen Bilder am "LaGeSo", dem Landesamt für Gesundheit und Soziales, gingen um die Welt. Hunderte Flüchtlinge drängeln und schieben. Ärger liegt in der Luft. Dazwischen freiwillige Helfer, die Essen und medizinische Nothilfe anbieten. Das Problem: Bevor die Flüchtlinge keinen Asylantrag gestellt haben, gibt es für sie keine reguläre medizinische Betreuung. Eine schwierige Situation, nicht nur für die Flüchtlinge. Die Nerven liegen blank. Auch die Mitarbeiter am "LaGeSo" sind im Stress, oft genug gibt es Rangeleien. Berlin scheint vom Flüchtlingszustrom besonders kalt erwischt. In der 3,5-Millionen-Großstadt leben mehr als 500 000 Hartz IV-Empfänger. Es scheint immer enger für alle die zu werden, die auf das soziale Netz angewiesen sind. An den Tafeln, die kostenlos Essen an sozial Schwache abgeben, ist das spürbar, aber nicht nur da. In Neukölln beginnt sich Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey ernsthaft Sorgen zu machen. Die Stimmung drohe langsam zu kippen. Gerade in sozial schwachen Stadtteilen wie ihrem sind Schul- und Vereinssport wichtige Institutionen, oft aber werden in Turnhallen derzeit Notlager eingerichtet. Giffey befürchtet, dass so die Akzeptanz der Normalbevölkerung für die Flüchtlinge zurückgeht. Und auch die Ereignisse von Paris werden dieser Tage zum Thema. Sorgen und Ängste auf allen Seiten. Und nach wie vor ist kein Ende der Fluchtursachen in Sicht. Die "ZDF.reportage" aus Berlin zeigt eine Stadt unter Druck.