Flick - Das Erbe

Flick - Das Erbe

Der Zweiteiler 'Flick' erzählt die Geschichte von Friedrich Flick und seiner Familie erstmals im Fernsehen - mit einer Fülle neu entdeckten Film- und Fotomaterials, auf der Basis interner Dokumente und einer Vielzahl erstmals ausgewerteter Quellen. Enge Vertraute wie der ehemalige Flick-Gesellschafter Eberhard von Brauchitsch, Friedrich Karl Flicks erste Ehefrau Elga und der Patensohn von Friedrich Flick, Otto Kaletsch, gewähren tiefe Einblicke in das Leben und die Machtstrukturen der Familie. So räumt der Film auch mit einigen Legenden auf. Die neu erschlossenen Quellen zeigen deutlich: Flick hing weder vor noch nach dem Krieg irgendeiner politischen Idee an. Wohl aber hat er Politiker zu allen Zeiten systematisch instrumentalisiert und für seine finanziellen Interessen eingespannt. Sein enges Verhältnis zur Politik zeigt sich beispielhaft in der Gelsenberg-Affäre 1932, bei der 'Arisierung' jüdischen Eigentums, während der Übernahme französischer Stahlwerke 1940 als Kriegsbeute oder dem Verkauf der Maxhütte an den bayerischen Staat, schließlich im Spendenskandal der 80er Jahre. Der Film zeigt deutlich, dass Flick vor allem auf seinen eigenen Vorteil aus war. Bei Flick ist ein Wesenszug feststellbar, der von allen politischen Systemen unabhängig war: Er hat die eigenen Interessen über alles gestellt und sie mit einer Entschlossenheit und Härte verfolgt, die moralische Einwände nicht kennt. Tragischerweise hat sich diese Härte auch gegen die eigenen Söhne gerichtet. Den Untergang des Flick-Konzerns hat Friedrich Flick selbst mit verschuldet - indem er seine Söhne spüren ließ, dass sie seinem übergroßen Vorbild nicht gerecht werden können. Die Dokumentation mit szenischen Elementen erzählt die Geschichte der Flicks in zwei Teilen: von 1883 bis 1947 und von 1947 bis 2006. Folge 2 erzählt von Friedrich Flicks Haft in Landsberg, seinem Aufstieg zu einem der reichsten Männer Deutschlands und vom Scheitern seines Plans, die Söhne als Nachfolger einzusetzen und so eine Dynastie zu begründen.

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