Flavio und die Machos

Flavio und die Machos

Flavio Moresino leitet Anti-Macho-Kurse in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Reporter David Karasek zeigt, wie der Schweizer den tief verankerten Machismo in Kolumbien bekämpft.

Jede Woche treffen sich in einem Gemeinschaftszentrum im Süden der Stadt Kolumbianer, die unter ihrem eigenen Macho-Gehabe leiden. Der Luzerner Theologe zeigt ihnen eine andere Form von Männlichkeit.

Die Macho-Kultur in Kolumbien ist nach wie vor sehr ausgeprägt. Männer betrachten Frauen oft als ihren Besitz, fühlen sich überlegen, werden gewalttätig, wenn etwas dieses Selbstverständnis bedroht. Allein 2017 sind im Süden von Bogotá 64 Frauen von ihren Männern umgebracht worden. Die Justiz ist überfordert, Fälle von häuslicher Gewalt kommen meist gar nicht vor Gericht.

2014 ist Flavio Moresino mit seiner Familie nach Kolumbien gezogen. Schon früh fällt dem Theologen Moresino der Machismo auf, und er entwickelt den Anti-Macho-Kurs. Durch Körperkontakt soll Feingefühl gelernt werden. Jeden Dienstagabend treffen sich ein Dutzend Männer zwischen 16 und 65 Jahren und lernen, Gefühle zu zeigen, sich zu umarmen. Die Männer lernen Gewaltlosigkeit, und Flavio Moresino schickt die Teilnehmer als Mutprobe einmal pro Jahr im Rock auf die Straße.

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