"Fidelio" live aus der Mailänder Scala

"Fidelio" live aus der Mailänder Scala

Die Mailänder Scala eröffnet die neue Saison mit "Fidelio". Beethovens einzige Oper ist ein in der Operngeschichte einmaliges Plädoyer für Menschlichkeit und Gerechtigkeit im Gewand eines deutschen Singspiels. In "Fidelio" bringt der Komponist sein Humanitätsideal auf die Bühne - als Befreiungsoper im Geist der Französischen Revolution.

Über ein Jahrzehnt hatte sich Beethoven mit dem Werk beschäftigt, es immer wieder umgeschrieben, den Text überarbeiten lassen und die Handlung gestrafft: Die "größten Geburtsschmerzen" habe ihm die Oper bereitet, aber es sei doch sein liebstes Werk.

"Fidelio" ist auch eines der seltenen Werke des Repertoires mit einer starken und intelligenten weiblichen Hauptfigur. Inspirieren ließ sich Beethoven von der französischen Oper "Léonore, ou L'amour conjugal". Deren ebenso dramatische wie rührende Handlung beruht auf einer tatsächlichen Begebenheit aus der Zeit der Französischen Revolution: Leonore ist weder Opfer noch perfides Instrument des Schicksals. Aus Liebe zu ihrem Ehemann Florestan verschafft sie sich in Männerkleidung und unter dem Namen Fidelio Zugang zu den Kerkern des Pizarro. Dort wird Florestan gefangen gehalten, und Leonore befürchtet zu Recht, dass ihm als politischer Gegner des Pizarro dort der Tod droht.

Als sich ein Minister zur Inspektion des Gefängnisses ankündigt, will Pizarro seinen Gefangenen aus dem Weg räumen. Todesmutig wirft sich Leonore dazwischen. Der Minister erkennt schließlich in Florestan seinen totgeglaubten Freund. Dem Bösewicht Pizarro droht nun die gerechte Strafe und ein Schlusschor feiert die Utopie von Freiheit und Gerechtigkeit. In der dritten Fassung erlebte Beethovens Werk am 23. Mai 1814 seine Uraufführung und wurde begeistert aufgenommen. "Fidelio" ist bis heute eine der meistgespielten Opern weltweit.

Bewertung

0,0   0 Stimmen