Fernsehen aus dem Fläschchen

Fernsehen aus dem Fläschchen

DokumentationF  

Kleinkinder bilden die neue Zielgruppe der Entwickler von Fernsehprogrammen. Eigens gegründete TV-Sender wollen Kinder unter drei Jahren trösten, unterhalten und sie ohne elterliches Zutun intelligenter machen. In England und den USA steht der Fernseher schon heute in über einem Drittel der Zimmer von Kindern im Krabbelalter. Werden diese Kinder fernsehabhängig? Wie verändern sich ihre Wirklichkeitswahrnehmung und ihre Beziehung zu Eltern, Geschwistern und Gleichaltrigen? In wissenschaftlichen Studien wurden bereits negative Auswirkungen wie Seh- und Schlafstörungen, Fernsehsucht und vor allem Probleme beim Spracherwerb festgestellt. Die Erkenntnis lautet, dass Babys, die in Kontakt mit Menschen stehen, schneller lernen als allein vor dem Bildschirm. Das erste Fernsehen für Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren verbreitete sich mit großem Erfolg von Israel über Europa und die USA bis in weltweit über 60 Länder und hat bereits Nachahmer gefunden. Wie wirkt das Fernsehen auf das frühkindliche Gehirn? Die Milliarden durch Synapsen miteinander verbundenen Nervenzellen im Gehirn der Neugeborenen sind ein hochkompliziertes Gebilde. Da die allerersten Erfahrungen das Leben des Menschen dauerhaft prägen, muss man sich fragen, welche Art von Erfahrungen das Fernsehgerät vor der Wiege vermittelt: Erregung, Stimulierung, Verdummung oder Chaos? Aufgrund des relativ neuen Untersuchungsfeldes können noch keine sicheren Aussagen darüber getroffen werden, wie sich Bildschirme und Fernsehen auf den ganz jungen Organismus auswirken. Untersucht werden bereits kognitive, physiologische und psychologische Aspekte des Problems. Die Dokumentation berichtet über aktuelle Ergebnisse, Experimente und Theorien dieses interdisziplinären Forschungsgebiets.

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