Feindbild Polizei

Feindbild Polizei

Recht und Kriminalität 

Zu wenig Achtung, zu viele Aggressionen: Laut einer Studie fühlen sich Deutschlands Polizisten zunehmend ins gesellschaftliche Abseits gedrängt und mit Gewalt konfrontiert. Beamtinnen und Beamte fühlen sich inzwischen als die Prügelknaben der Nation, der "Freund und Helfer", das war einmal. Einsätze am Limit, Respektlosigkeit und nicht selten Gewalt, für viele Polizisten ist das längst Alltag. Dazu: Überstunden und eine Entlohnung, die nicht gerade üppig ist. Am Bremer Hauptbahnhof ist besonders an langen "Disko-Wochenenden" ein heißes Pflaster. Es gibt keinen Ort in der Hansestadt, an dem Polizeiarbeit so intensiv und so gefährlich ist wie für die Beamtinnen und Beamten der Bundespolizeiinspektion Bremen Hauptbahnhof. So klein der Bahnhof, so groß der Deliktbereich: Diebstähle, Raub, BTM-Vergehen, Gewaltdelikte, hilflose Personen, betrunkene Partymenschen, randalierende Fußballfans. Für die Polizeibeamten viel Arbeit und wenig Dank. Die Polizeiinspektion Ost in Hannover ist eine von sechs Inspektionen der niedersächsischen Landeshauptstadt. 400 Mitarbeiter sind für zirka 180 000 Einwohner zuständig. Rund 200 Polizisten sind im Streifendienst unterwegs, dem immer noch klassischsten aller Jobs bei der Schutzpolizei. Hannover Ost ist bevölkerungsstatistisch ein Mischgebiet. Polizeihauptkommissar Markus Baier ist hier täglich im Einsatz. "Es ist aggressiver geworden, Beleidigungen gehören zum Alltag, Tätlichkeiten sind nicht selten. Das ist eine andere Situation als noch vor zehn, erst recht vor zwanzig Jahren oder länger", sagt er. Über mehrere Wochen haben wir Polizeibeamte und -beamtinnen in ihrem Alltag begleitet und ihre tägliche Arbeit hautnah erlebt.

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