FATIMA

FATIMA

Fatima stammt aus dem Maghreb und lebt seit einigen Jahren in Lyon. Sie hat zwei Töchter, die in Frankreich auf die Welt gekommen sind. Sie lebt von dem Vater ihrer Kinder getrennt. Ihren Lebensunterhalt bestreitet sie als Reinigungskraft. Als ihre ältere Tochter Nesrine Medizin studieren will, unterstützt Fatima sie, so gut sie kann. Gemeinsam berechnen die beiden die künftigen Lebenshaltungskosten. Es ist nicht leicht, aber machbar. Nesrine arbeitet hart, vielleicht zu hart. Angesichts der Opfer, die die Mutter für sie erbringt, kommt ein Scheitern für sie nicht infrage. Die jüngere Souad hat Probleme, den ihr zugeteilten Platz in der französischen Gesellschaft zu akzeptieren. Sie schämt sich für ihre Mutter, für deren Beruf, deren schlechtes Französisch und dafür, dass sie in ärmlichen Verhältnissen leben. Im Gegensatz zu ihrer Schwester rebelliert sie gegen das Schulsystem, anstatt es im Sinne eines sozialen Aufstiegs zu nutzen. Fatima selbst hat an den Vorwürfen der jüngeren Tochter zu knabbern. Sie versteht die schwierige Rolle ihrer Töchter, das Bedürfnis, auf etwas stolz zu sein. Vor allem leidet sie unter der sprachlichen Barriere zwischen ihr und ihren Töchtern. Fatimas Französisch ist schlecht, und ihre Töchter sprechen nur gebrochenes Arabisch. Fatima fühlt sich sozial isoliert. Von Lehrern und anderen Eltern wird sie übersehen. Und die wohlhabende Frau, bei der sie putzt, ist erstaunt, dass Fatimas Tochter Medizin studiert. Als Fatima sich bei der Arbeit verletzt, kann sie nicht mehr weiterarbeiten. Es stellt sich heraus, dass hinter ihren langanhaltenden Schmerzen noch mehr steckt. Sie beginnt, Gedichte zu schreiben und sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen.

Bewertung

0,0   0 Stimmen