Europas Rosengarten - Gekrönte Häupter in Zweibrücken
Sie heißen King George V., Kaiserin Auguste Victoria, Konrad Adenauer und "Die Angie", die schönsten Rosen in Europas größtem Rosengarten. Sie gelten als langlebig und sehr widerstandsfähig. Nirgendwo sonst stehen Könige und Staatshäupter so einträchtig zusammen wie in Zweibrücken. Letztes Jahr feierte der Rosengarten sein 100-jähriges Jubiläum. Ein atemberaubendes und wechselhaftes Jahrhundert für den Zweibrücker Rosengarten, die Pfälzer und Deutschland.
Als Hildegard von Bayern am 20. Juni 1914 den Zweibrücker Rosengarten einweihte, ahnte die bayrische Prinzessin nicht, dass die cremegelbe Rose, die nach ihr benannt wurde, länger halten würde als die deutsche Monarchie. Nur sechs Wochen später brach der Erste Weltkrieg aus und die neuen Rosen ließen ihre Köpfe hängen. Denn statt herausgeputzter Sonntags-Flaneure humpelten Kriegsinvaliden durch die Gartenanlage. In den 20er und 30er Jahren erlebte der Rosengarten seinen ersten großen Aufschwung - bis zum Zweiten Weltkrieg. Bombeneinschläge verwandelten den Park in eine Kraterlandschaft und legten ganz Zweibrücken in Schutt und Asche.
Mit dem deutschen Wirtschaftswunder erlebten auch die Zweibrücker Rosen ihre große Zeit. Konrad Adenauer war der prominenteste deutsche Rosenliebhaber. Die Königin der Blumen wurde zum Statussymbol. Zum neuen Eigenheim gehörte auch ein Garten mit Rosenbüschen. In den vergangenen Jahrzehnten passte sich der große Garten immer wieder seiner Zeit an. Für die Zweibrücker gehört der sonntägliche Spaziergang im Rosengarten seit jeher zum festen Programm. Und bald wurde der Garten zum touristischen Magnet, der bis heute Gäste aus aller Welt anzieht.