Es beginnt heute

Es beginnt heute

Hernaing in Nordfrankreich, bei Valenciennes: Die einst florierende Region ist nach dem Rückgang der Braunkohleindustrie durch sehr hohe Arbeitslosigkeit geprägt. Schulden, Verzweiflung und Abgestumpftheit sind an der Tagesordnung. Darunter leiden vor allem die Kinder. Schnelle Hilfe wäre bei vielen Familien geboten, doch die verantwortlichen Behörden sind überfordert, und die Politiker reden nur von Statistiken und vom schönen Erfolg des örtlichen 'Buchmobils'. Daniel Lefebvre ist dort Direktor einer Vorschule. Hingebungsvoll arbeitet er mit den Schülern, versucht ihre Neugier zu wecken und ihre Kreativität zu stärken. Dennoch ist er in einer dienstlichen Hierarchie gefangen, die ihn dazu zwingt, sich auf das Lehren zu beschränken. Sie verdammt ihn gleichzeitig zur Tatenlosigkeit, wenn seine Schüler hungernd und in Lumpen gekleidet in der Schule erscheinen. Als er versucht, die Zustände zu verändern, gerät er in Konflikt mit seinen Vorgesetzten und einigen Politikern der Stadt. Mit 'Es beginnt heute' schuf Bertrand Tavernier einen engagierten, außergewöhnlichen Film. Tavernier schrieb das Drehbuch zusammen mit dem Lehrer Dominique Sampiero, der Vorbild für die Figur des Daniel Lefebvre wurde und dessen Erfahrungen den Stoff für den Film lieferten. Schule und Klasse sind authentisch, sie spielen nicht, sie leben ihre Geschichte. 'Wir haben nicht eine Filmklasse gecastet, sondern eine schon existierende Klasse gefilmt', betont Regisseur Tavernier. Eindrucksvoll ist seine Anklage gerade deshalb, weil der Film einen konkreten Einzelfall beschreibt und nicht nach allgemeinen Lösungen sucht.

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