
Epilog: Drei Frauen aus Poddembice
"Epilog: Drei Frauen aus Poddembice" gibt die Sicht dreier Frauen wieder, die Angehörige der damaligen deutschen Minderheit in Poddembice waren. Die drei Frauen äußern sich zu Ereignissen, die der Film "Er nannte sich Hohenstein" behandelt hat. Lebendige Vergangenheit, verdrängte Vergangenheit. An die Erhängung der Juden kann sich die Frau des Dentisten besonders gut erinnern. Denn: "Am Samstag haben wir geheiratet, und am Montag waren die aufgehängt." Auf die Frage, ob es irgendwann den Gedanken bei ihr gegeben habe, dass die Deutschen Schuld auf sich geladen haben, zeigt die alte Dame mit dem Finger auf den Fragesteller und sagt: "Ihr, die Reichsdeutschen, habt uns das alles eingebrockt. Wir Volksdeutschen waren unschuldig!" "Die Aussagen dieser Frauen", so Hans-Dieter Grabe, "sind für mich eine Brücke von der im ersten Film dargestellten Vergangenheit zur Gegenwart. Die Frauen haben damals gelebt - nicht etwa als Kinder, sondern als Erwachsene - und sie leben noch heute, und zwar unter uns. Mit ihnen sind ihre Erfahrungen lebendig geblieben, ihre Ansichten, ihre Art und Weise, sich zu erinnern oder nicht zu erinnern, Fragen auszuweichen oder zu ignorieren. Wenn man den Frauen zugesehen und zugehört hat, kann man nicht mehr so einfach sagen: Das, was der Film 'Er nannte sich Hohenstein' behandelt, geht uns heute nichts mehr an, weil es so weit zurückliegt und mit unserer Gegenwart nichts mehr zu tun hat."
Zusammen mit dem Dokumentarfilm "Er nannte sich Hohenstein" wurde "Epilog: Drei Frauen aus Poddembice" 1995 mit dem Friedensfilmpreis der Internationalen Filmfestspiele Berlin ausgezeichnet.