Endstation Libyen

Endstation Libyen

Gesellschaft und PolitikF / E  

Obwohl die Zahl der Migranten, die auf dem Seeweg von Libyen aus in Italien ankommen, insgesamt stark zurückgegangen ist, begeben sich jede Woche Hunderte von Migranten auf die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer. Jahrelang konnten sie darauf hoffen, dass sie in Seenot von privaten Rettungsschiffen aufgenommen und in einen europäischen Hafen gebracht werden. Heute ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie stattdessen von einem Boot der libyschen Küstenwache abgefangen werden.2017 beschloss die EU, die Verantwortung für Seenotrettung in libyschen Gewässern alleine an die dortige Küstenwache abzugeben. Dies und die Sperrung europäischer Häfen brachte die privaten Rettungschiffe in ein Dilemma, weshalb sie sich mehr und mehr aus der Konfliktzone zurückziehen.Die Regisseurin Paula Palacios drehte exklusiv an Bord der libyschen Küstenwache und beobachtete aus nächster Nähe, wie sich Boote privater Hilfsorganisationen und libysche Küstenwache gegenseitig bei der Seenotrettung in die Quere kommen.Migranten und Flüchtlinge werden von der Küstenwache wieder nach Libyen zurückgebracht, wo sie meistens in Gefangenenlagern enden. Dieser Kreislauf von Gefangenschaft und Ausbeutung wird von humanitären Organisationen heftig kritisiert. Paula Palacios konnte sich ein eigenes Bild von der Situation machen und drehte in illegalen Lagern in der libyschen Wüstenstadt Bani Walid, die an einer Transitstrecke in Richtung Mittelmeer liegt. Dort werden Migranten und Flüchtlinge von Schleusern festgehalten, um von ihren Familien Lösegelder zu erpressen.

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