Elina Garanca, Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker
Eines der letzten Konzerte von Sir Simon Rattle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Nach fruchtbaren 16 Jahren hat er zum Ende der Saison 2018 sein Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker niedergelegt. Der Konzertabend vereint den britischen Charakterkopf und eine großartige Sängerin, die Mezzosopranistin Elîna Garanca, mit Jugendwerken von Alban Berg und Maurice Ravel.
Die Stücke sind in der Zeit des Jugendstils entstanden, als Kunst, Musik und Luxus Hand in Hand gingen: Gustav Klimt trug Goldgrund auf für seine Industriellengattinnen-Porträts, Berg und Ravel schrieben Musik für Luxusstimmen. Bergs "Sieben frühe Lieder" gleichen Jugendsünden: Drei von ihnen hat er mit 22 Jahren bei einem Kompositionsabend uraufgeführt. Später hat er dann sieben seiner frühen Lieder zu diesem Zyklus zusammengefasst. Der junge Ravel vereinte drei Gedichte aus einer von "Tausendundeiner Nacht" inspirierten Gedichtsammlung von Tristan Klingsor zu seinen "Shéhérazade"-Liedern. Shéhérazade erzählt Geschichten aus fernen Ländern, gespickt mit orientalischem Flair, Erotik und Sinnlichkeit. Elîna Garancas ausdrucksvoller Mezzo scheint wie gemacht für solche behutsamen Tauchgänge ins menschliche Gefühl.
Hauptwerk des Abends ist Igor Strawinskys Ballettmusik "Petruschka", die 1911 uraufgeführt wurde und zusammen mit "Le sacre du printemps" und "Feuervogel" seinen Weltruhm begründete. Die Handlung spielt 1830 auf einem Jahrmarkt in Sankt Petersburg. Hauptfiguren sind drei Puppen eines Gauklers, die auf geheimnisvolle Weise zum Leben erwachen: Petruschka, die Ballerina und der Mohr.
Programm:
Alban Berg: Sieben frühe Lieder für Stimme und Orchester
Maurice Ravel: Shéhérazade (Trois Poèmes) für Stimme und Orchester
Igor Strawinsky: Petruschka (1947)