Eisen bewegen in Kiel

Eisen bewegen in Kiel

DokumentationD  

Das gibt es nirgendwo sonst auf der Welt als am Standort Kiel: Gleich zwei Fabriken, Vossloh und Voith, produzieren dort erfolgreich moderne Diesellokomotiven. Warum das so ist, hat mit politischen Ideen zu tun und Menschen, die sie in die Wirklichkeit umsetzten. Als in den 1980er-Jahren in der metallverarbeitenden Industrie Tausende Arbeitsplätze vernichtet wurden, gründete sich bei der Kieler Maschinenbaufirma MaK aus Arbeitern und Ingenieuren der IG Metall der Arbeitskreis Alternative Produktion. Ausgehend von diesen ersten politischen und ökologischen Aktivisten, erzählt der Film anhand von Zeitzeugengesprächen, Archivmaterial und dokumentarischen Beobachtungen die außergewöhnliche Entwicklung des Lok-Baus am Standort Kiel von den 1980er-Jahren bis heute. Der Mitbegründer des Arbeitskreises Alternative Produktion, Hinrich Krey, hat die spannende Industriegeschichte der Kieler Lok-Firmen entscheidend mit geprägt. Er arbeitete zunächst als Starkstromelektriker bei der MaK, studierte dann Verkehrsökonomie und wurde erfolgreicher Unternehmensberater. Als der Lok-Bau bei der MaK Ende der 1990er-Jahre verkauft werden sollte, kehrte Krey mithilfe der IG Metall Kiel zu seinem alten Betrieb zurück. Unter der Regie des Bahnkonzerns Vossloh wurde Krey Geschäftsführer und es gelang ihm, die schon fast geschlossene Lok-Sparte zum europaweit größten Diesellokhersteller auszubauen. Nach mehreren umsatzstarken Jahren führten schwerwiegende Differenzen zwischen Geschäftsführer und Vorstand der Vossloh AG zur Entlassung Kreys. Zur Verwunderung der Fachwelt wurde am Nord-Ostsee-Kanal in Kiel die erste Lokomotiven-Fabrik seit 1945 neu gegründet, die Voith Turbo Lokomotivtechnik. Geschäftsführer ist Hinrich Krey.

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