Einstein: Die Rekordhitze ist erst der Anfang. Was kommt jetzt?
SRF info
13.11., 08:20
- 09:00 Uhr
Jetstream: der Motor unseres Wetters
Hoch über uns lenkt ein gewaltiges Windband die Hochs und Tiefs über Europa. Was treibt es an? An der Universität Bern macht Tobias Müller mit Atmosphärenforscherin Olivia Romppainen im rotierenden Wassertank sichtbar, wie Temperaturunterschiede und Erdrotation solche Strömungen entstehen lassen. Doch die Temperaturunterschiede verändern sich mit dem Klimawandel - und damit möglicherweise auch unser Wetter.
Wenn Wellen brechen und die Hitze bleibt
Warum hielt die Hitze 2026 so lange an? Auf der Zugspitze erforscht Lisa Küchelbacher die riesigen Wellen des Jetstream, mit welchen dieser Hoch- und Tiefdruckgebiete bewegt. Diese Wellen können wachsen und dann brechen wie Wellen am Strand. Sie können Hoch- und Tiefdruckgebiete regelrecht abschnüren und blockieren. Dann bleibt das Wetter wochenlang stehen. Könnten solche Blockaden künftig häufiger werden?
Arktis: die Wetterküche im Wandel
Der Jetstream wird vom Temperaturgefälle zwischen Pol und Äquator angetrieben. Doch die Arktis erwärmt sich besonders schnell. Was bedeutet das für unsere Wetterlagen? Auf dem Eisbrecher «Polarstern» haben Forschende ein Jahr lang das Eis, den Ozean und die Atmosphäre untersucht. Unter Extrembedingungen erforschten sie eine Region, die als Wetterküche der nördlichen Erdhälfte gilt. Und nirgends nimmt die Wärme stärker zu als hier. Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf das globale Klimasystem?
Grönland: wenn Eis zu Flüssen wird
Die Erwärmung lässt gewaltige Eismassen schmelzen. Auf Grönland verfolgen Forschende mit GPS-Messgeräten reissende Schmelzwasserflüsse bis in tiefe Gletschermühlen. Das Wasser kann die Schmelze weiter beschleunigen und gelangt ins Meer. Dort könnte das Süsswasser eine mächtige Strömung destabilisieren, die Wärme nach Europa transportiert. Die Atlantische Umwälzströmung AMOC.
Die Meere: das lange Gedächtnis unseres Klimas
Während die Atmosphäre auf Veränderungen rasch reagiert, speichern die Ozeane Wärme über Jahrhunderte. Sie nehmen rund 90 Prozent der zusätzlichen Wärme und grosse Mengen CO2 auf und bremsen so die Erderwärmung. Doch wie lange können sie das noch? Ozeanograf Brad de Young erklärt, warum die Meere so träge reagieren - und weshalb die Folgen des heutigen Klimawandels noch über Generationen spürbar sein werden.
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Mitwirkende
- Moderation Tobias Müller