Ein Abend mit Paul Verhoeven
Er gilt als Meister der Provokation - der niederländische Drehbuchautor, Regisseur und Produzent Paul Verhoeven. Kein Film, der nicht provoziert. Sex, Gewalt und Religion - das ist der Stoff, aus dem Verhoevens Filme sind. Seine Zeitgenossen beschreiben ihn liebevoll als "Rebell" - rebellisch auch seine Art zu filmen, geradezu explosiv seine Ausdrucksweise.
1938 in Amsterdam geboren, ist der Krieg über viele Jahre hinweg seine Realität. Die Besatzungszeit hat ihn geprägt und ist in vielen seiner Filme präsent. Das Publikum liebt ihn, die Kritiker hassen ihn. In Holland will man den Geldhahn nicht mehr aufdrehen - zu "staatsfeindlich" sind die Filme, die er auf die Leinwand bringt.
Doch Verhoeven ist Optimist und Perfektionist: Auf der Suche nach Exzellenz überschreitet er Grenzen - filmisch wie (inter-)national.
Kein Geringerer als Spielberg ermutigt ihn, sich in Hollywood zu versuchen. Mit "RoboCop", "Total Recall - Die totale Erinnerung" und "Basic Instinct" dreht er einen Blockbuster nach dem anderen. 2006 kehrt er - nach einigen Misserfolgen - auf die europäische Leinwand zurück.
ARTE widmet dem Regisseur einen Abend und zeigt das Kriegsdrama "The Black Book". Carice van Houten als jüdische Sängerin Rachel Stein, die sich dem niederländischen Widerstand anschließt und Gefühle für einen deutschen Offizier, gespielt von Sebastian Koch, entwickelt.
Im Anschluss zeichnet die Dokumentation aus dem Jahr 2015 "Paul Verhoeven - Meister der Provokation" von Elisabeth van Zijll Langhout seine Laufbahn als Filmemacher nach.