Die Wolke

Die Wolke

KatastrophendramaD  

Die 16-jährige Hannah (Paula Kalenberg) lebt mit ihrer Mutter (Carina N. Wiese) und ihrem jüngeren Bruder Uli (Hans-Laurin Beyerling) in einer kleinen Ortschaft in Norddeutschland. Sie geniesst den Sommer mit ihren Freundinnen und beginnt sich immer mehr für den Neuen an der Schule, den zwei Jahre älteren Elmar (Franz Dinda), zu interessieren. An dem Tag, an dem ihre Mutter an einen Kongress fährt und sie Uli betreuen soll, passiert es: Hannah und Elmar küssen sich zum ersten Mal - und werden dabei jäh von einer Sirene unterbrochen - keinem Probealarm, sondern einem echten. Verunsichert rennen die Schüler aus der Schule, Hannah muss Uli abholen und trennt sich von Elmar. Sie versucht ihre Mutter zu erreichen, doch die Leitung wird unterbrochen. Am Radio erfährt sie vom Ausmass der Katastrophe: Nach einem Störfall in einem nahe gelegenen Atomkraftwerk ist eine radioaktive Wolke ausgetreten. Panik bricht aus, die Menschen fliehen in ihren Autos. Hannah beschliesst, mit Uli auf dem Fahrrad zu flüchten. Dann geschieht das Unfassbare: Uli wird auf der Landstrasse von einem Auto angefahren und ist auf der Stelle tot. Unter Schock lässt sich Hannah von einer Familie an den nahen Bahnhof bringen. Doch es gelingt ihr nicht, den rettenden Zug zu erreichen. Weil sie erhöhter Strahlung ausgesetzt war, kommt sie in ein provisorisches Auffanglager für Kinder in der Nähe von Hamburg. Gudrun Pausewang schrieb den Jugendroman Die Wolke als Reaktion auf den verhängnisvollen Reaktorunfall von Tschernobyl, der sich am 26. April 1986 ereignete. Er gilt heute als Standardwerk zum Thema an deutschen Schulen. Gregor Schnitzler nahm sich bei der Verfilmung ein paar Freiheiten heraus: Er hat die Geschichte in die Gegenwart versetzt und Elmar und Hannahs Liebesgeschichte, die im Buch bloss angedeutet ist, in den Mittelpunkt gerückt. Ganz ohne Spezialeffekte, einzig mit geschickt inszenierten Massenszenen und eindrücklichen Bildern von gespenstisch leeren Landschaftsstrichen, bringt er die Panik und die apokalyptische Stimmung nach dem GAU perfekt zur Geltung.

Bewertung

4,0   6 Stimmen