Die wirklich wahre Geschichte von 3sat
Anlässlich des 30. Geburtstags von 3sat erzählt das Mockumentary "Die wirklich wahre Geschichte von 3sat" die wechselvolle Geschichte des Drei-Länder-Kanals. Schauspieler und Sänger William Cohn führt als Gastgeber und Kommentator durch eine Chronik der wichtigsten Ereignisse. Unter Zuhilfenahme von Zeitzeugenberichten, Archivmaterial und inszenierten Spielszenen werden die Schlüsselmomente der Sender-Historie lebendig. Denn in den Archiven des Kanals lagert so manches Geheimnis: So soll der 3sat-Sendevertrag bei einer feuchtfröhlichen Runde "öffentlich-rechtliches Roulette" auf der ZDF-Intendanten-Etage mit Blut unterzeichnet worden sein. Ein unbedarfter Hausmeister wurde zum ersten Programmchef ernannt, ein Roboter stieg zum Moderator des wochentäglichen Kulturmagazins "Kulturzeit" auf, und just als das 3sat-Programm in selbstvergessenen Kultur-Elitismus zu erstarren drohte, konnte der Einzug der Wissenschaft den Kanal neu beleben.
Ist es wirklich so gewesen? Wer weiß. Sicher ist: Hinter all den Verfremdungen und Verrücktheiten verbirgt sich ein unerwartet ehrlicher, liebevoll ironischer Blick auf das Geburtstagskind 3sat. Seine Macken und Eigenheiten, seine Stärken und Schwächen, seine demonstrative Exklusivität und sein trotzdem unstillbarer Wunsch nach Anerkennung einer breiteren Öffentlichkeit finden ihre allegorische Entsprechung in der fiktiven Räuberpistole. Im Kern ist "Die wirklich wahre Geschichte von 3sat" vor allem ein Film, beseelt vom altmodischen Glauben an die Möglichkeit des Fernsehens, das Leben seiner Zuschauer zu bereichern - und an die Möglichkeit seiner Macher, es zum Besseren zu verändern.