Die Taube auf dem Dach

Die Taube auf dem Dach

Der DEFA-Farbfilm "Die Taube auf dem Dach" entstand im Herbst und Winter 1972 in Arnstadt in Thüringen. Nach der Abnahme im DEFA-Studio für Spielfilme wurde er aus politischen Gründen nicht zum Kinoeinsatz freigegeben. Der Regisseurin Iris Gusner wurde vorgeworfen, der Film würde ein verzerrtes Bild der DDR-Realität zeigen. Anders als bei anderen Verbotsfilmen wurde das Material nicht an das Staatliche Filmarchiv der DDR übergeben. Stattdessen wurde es im Studio vernichtet - mit Ausnahme der farbigen Arbeitskopie. Erst 1989/1990 fand der Kameramann und Regisseur Roland Gräf diese Arbeitskopie in der Ecke eines nicht klimatisierten Vorführraums. Weil die Kopie erhebliche Schichtablösungen aufwies, veranlasste Gräf die Herstellung eines schwarzweißen Dup-Negativs sowie einer Kinokopie. Die Ziehung eines farbigen Materials war aus technischen Gründen unmöglich. Am 07. Oktober 1990 wurde "Die Taube auf dem Dach" im Berliner Kino "Babylon" uraufgeführt. Danach verloren sich erneut alle Spuren des gesamten Materials. Nach umfangreicher Suche gelang es der DEFA-Stiftung 2009/2010, das schwarzweiße Dup-Negativ wiederzufinden und den Film zu restaurieren.

Unter dem Titel "DEFA 75" blickt das rbb Fernsehen vom 11. Mai bis 17. Mai 2021 mit insgesamt 23 Spielfilmklassikern, Dokumentationen und Kinder- und Märchenfilmen auf die ostdeutsche Filmgeschichte zurück.

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