Die Spiegel-Affäre

Die Spiegel-Affäre

Wo für Strauß die Devise gilt 'Lieber tot als rot', lautet Augsteins Maxime 'Nie wieder ein totalitärer Staat'. Strauß will den drohenden Atomkrieg verhindern, indem er die neu geschaffene Bundeswehr bis an die Zähne atomar bewaffnet, um den Warschauer Pakt als eigene Territorialmacht in Schach zu halten. Augstein ist überzeugt, dass eine solche Politik des 'Säbelrasselns' früher oder später unweigerlich zur Katastrophe führen muss. Augstein gibt an seine Leute beim 'Spiegel' die Parole aus: 'Dieser Mann darf niemals Kanzler werden.' Verbissen versucht Augstein, dem Minister kriminelle Machenschaften zu beweisen. Dabei greift er selbst in eskalierender Weise zu unlauteren Mitteln. Es ist seinerseits ein 'Kalter Krieg' zwischen Strauß und Augstein, der in den Ereignissen des Herbstes 1962 kulminiert. Während sich das Schicksal der Welt auf einer Karibikinsel entscheidet, erscheint Conrad Ahlers' beinhart recherchierter Artikel 'Bedingt abwehrbereit'. Er beweist anhand des Nato-Manövers 'Fallex 62', dass die Bundeswehr im Ernstfall keineswegs das geteilte Deutschland davor bewahren könnte, zum atomaren Schlachtfeld der Weltmächte zu werden. Da instrumentalisiert Strauß die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die wegen Geheimnisverrats gegen Augstein und Ahlers ermittelt: Am 26. Oktober bläst Bundesanwalt Siegfried Buback zum Sturm auf die 'Spiegel'-Redaktion. Redakteure werden verhaftet, die Büros nach Beweismitteln durchwühlt, die Arbeit an der neuen Ausgabe gestoppt. Dem 'Spiegel' droht der Ruin ...

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