Die Schönen von Adlershof

Die Schönen von Adlershof

Ansagerinnen des DDR-Fernsehens Film von Lutz Pehnert 'Verehrte Fernsehfreunde! ... Von heute ab wird Abend für Abend der Bildschirm Ihres Empfängers aufleuchten. Für zwei Stunden kommt das Leben unserer Republik, aber auch das Leben ferner Länder über den Äther in ihr Heim und in den Kulturraum Ihres Betriebes ...' Mit diesen Worten begrüßte 1952 eine junge Dame in adretter Bluse die wenigen Zuschauer zum Start des 'Deutschen Fernsehfunks'. Es war Margit Schaumäker, die erste einer ganzen Schar von jungen Damen und einiger weniger Herren, die in den darauffolgenden Jahren als sogenannte Programmsprecher durch das DDR-Fernsehen führen. Die schönen, jungen Frauen gaben dem Sender ein Gesicht, mal streng, mal vertraulich-fröhlich, mal blond, mal brünett, mit tiefer, beruhigender Stimme oder verführerischem Lächeln. Sie prägten das Fernsehgeschehen und sagten stilvoll, wie es weitergeht. Viele der Damen hatten ursprünglich einen anderen Beruf erlernt, waren Krankenschwestern, Lehrerinnen oder gar Ärztinnen und arbeiten als Ansagerin nur nebenberuflich. Sie wurden sorgfältig ausgewählt und ausführlich geschult: Sprecherziehung an der Schauspielschule, Kameratraining. Es geht immer wieder um die passende Garderobe, die richtige Frisur und den korrekten Text. Anfangs lesen die Damen nur vor, später schreiben einige die Texte selbst. Für die einen ist die Ansage der Beginn einer großen Fernsehkarriere, andere fallen schnell bei der Staatsmacht in Ungnade. Geschichten der Westmedien von ausgerissenen Fernsehansagerinnen sind Salz in den Wunden der DDR-Oberen. Da flüchtet 1974 die populäre Renate Hubig mit ihrer Tochter in den Westen und wird zum Vorbild für viele. Die Damen können heute viele Geschichten und Anekdoten aus ihrer mitunter langen Fernsehkarriere erzählen. Es ist ein spannender Einblick hinter die Kulissen des DDR-Fernsehens und eine illustre Reise in die DDR-(Fernseh-)Geschichte.

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