Die Natur des Nordens

Die Natur des Nordens

Landschaftsbild 

Ausgangspunkt dieser Reise zu UNESCO Welterbestätten in Europas Norden ist Deutschlands nördlichster Punkt. Der Ellenbogen. So genannt nach der Form einer Halbinsel im Norden von Sylt. Von hier aus reist Max Moor über Irland, Schottland und Norwegen nach Island. Enden wird die Reise in Grönland, dem Geburtsland der Eisberge.
Fast das gesamte deutsche und niederländische Wattenmeer steht unter Naturschutz und ist, seit 2011, auch ein UNESCO Weltnaturerbe. Es ist ein Lebensraum für fast 5.000 verschiedene Lebewesen. Dazu gehören unzählige Algenarten, Würmer, Krebse, Plankton und natürlich jede Menge Vögel und Fische.
Im äußersten Südwesten Irlands liegt die kleine Insel Skelling Michael. Skellig Michael ist nach dem Erzengel Michael benannt, dem Bekämpfer des Teufels und Fürsprecher der Menschen bei Gott. Niemand lebt auf dieser Insel. Stein auf Stein haben irische Mönche die dicken Mauern ihres Klosters gebaut das von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.
Eijar - westlich über dem Meer - nannten die Wikinger ein Inselarchipel, zehn Meilen nördlich vom heutigen Schottland. Der heutige Name, Orkney, hat sich vermutlich von dem norwegischen Wort für Seehund, "Orkn", abgeleitet. Orkneyjar - die Seehundsinseln. 77 größere und kleinere Inseln, davon nur 29 bewohnt. Seit dem 15. Jahrhundert gehören die Orkney Inseln zu Schottland. Für Archäologen ist Orkney ein Paradies.Von den ersten Siedlern sind 5.000 Jahre alte Zeugnisse aus Stein geblieben. Der Ring of Brodgar etwa. Steine gesetzt wie zur Akupunktur der Erde. Ein Versammlungsplatz früher Inselgemeinschaften. Errichtet zeitgleich zu den ägyptischen Pyramiden.
Mit dem Schiff kam einst das Christentum nach Norwegen. Es wurde zur nützlichen Ideologie bei der Staatsbildung. Ein Gott, ein König, ein Reich. In den entlegenen Buchten wurden viele Dörfer und Sippschaften mit Gewalt bekehrt. Und sie werden gezwungen Kirchen zu bauen. Die älteste Kirche Norwegens, und deswegen von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, ist die Stabkirche von Urnes. Auf dem Altar dieser Stabkirche steht ein Kerzenleuchter in Form eines Wikingerschiffs, eine mittelalterliche Eisenarbeit, nicht viel jünger als die Kirche selbst.
Als Entdecker Grönlands gilt Erik der Rote. Mit 25 Schiffen fuhr er 985 nach Grönland. Nur 14 Schiffe kamen dort an. Erik der Rote gab dem Land seinen Namen, grönne Land, "grünes Land". Eisberg heißt auf grönländisch Ilulissat. Dies ist auch der Name einer Stadt an der Westküste, 250 Kilometer nördlich des Polarkreises und mit 4.500 Einwohnern die drittgrößte Stadt Grönlands. Der Klimawandel hat im Weltnaturerbe Ilulissat Eisfjord längst einen Dominoeffekt ausgelöst. Weniger Eis reflektiert weniger Sonnenlicht und das Meerwasser erwärmt sich. Dadurch schmilzt das restliche Eis noch schneller. 1000 Jahre nach seiner Entdeckung durch die Wikinger wird Grönland wohl doch ganz allmählich grün.

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