Die Kinder von Blankenese

Die Kinder von Blankenese

Die Ärzte geben Tamar und Bracha nur noch wenige Wochen. In den Tagen nach der Befreiung des KZs Bergen-Belsen im April 1945 sterben noch Tausende an Fieber, Typhus und Unterernährung. Tamar hat den Todesmarsch von Auschwitz nach Bergen-Belsen mit wenigen anderen überlebt, Bracha hat gerade ihre Schwester im Lager verloren. Die beiden 14-Jährigen gehören zu den wenigen, die der Vernichtung und Verfolgung entkommen sind. Aus Hamburg ehemals vertrieben, sucht der junge amerikanische Soldat Eric Warburg in den ersten Nachkriegstagen den Besitz seiner Eltern an der Elbe in Blankenese auf. 1938 hatten die Nationalsozialisten die Villa seiner Familie 'arisiert'. Die britischen Besatzer sehen die Besitzverhältnisse des Geländes jedoch als 'ungeklärt' an und verweigern die Rückgabe. Entschlossen funktioniert Warburg das gesamte Anwesen zu einem Heim für überlebende jüdische Kinder um. Vor den Toren des ehemaligen Konzentrationslagers, in den ehemaligen Unterkünften der SS, werden Tamar und Bracha und andere überlebende Kinder untergebracht. Unter ihnen Josef, der in einem russischen Kinderheim Unterschlupf fand und Wolfgang aus Berlin, der mit der britischen Armee nach Bergen-Belsen kam. Der zehnjährige Wolfgang muss mit ansehen, was von der Vernichtung Tausender übrig geblieben ist. Sind seine Eltern auch diesen Weg gegangen? Dies ist kein Platz für Kinder, beschließt Ben Yehuda - der in Deutschland geborene Soldat der Jüdischen Brigade. Es muss noch einen anderen Ort geben - Blankenese, der Besitz der Familie Warburg, wird zum Ziel, zum Ausweg. Für die Kinder ist die Reise nach Blankenese der Beginn einer Kindheit, die nicht stattfand. Ben Yehuda und Rahel, eine Krankenschwester, die das Lager überlebt hat, bringen Tamar, Bracha, Josef und die anderen nach Hamburg-Blankenese. Eine 24-jährige Lehrerin aus New York, Betty Adler, soll die Leitung des Heimes übernehmen und Reuma Schwarz, 22, kommt mit viel Idealismus und über Umwege aus Palästina hinzu.

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