Die hungernde Stadt

Die hungernde Stadt

Wie kein anderes Ereignis ist die Blockade Leningrads zum Sinnbild des Leidens der russischen Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg geworden. Fast 900 Tage lang, vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, war Leningrad von deutschen Truppen umzingelt. Nur notdürftig konnte die Stadt über den im Winter zugefrorenen Ladogasee, die einzige Lücke im deutschen Belagerungsring, versorgt werden. Hitlers erklärtes Ziel war es, die Stadt Peters des Großen und der Oktoberrevolution auszuhungern und für immer von der Landkarte zu tilgen. Der Versuch, eine Millionenmetropole auszuhungern, ist außerhalb Russlands noch nicht in seiner ganzen Dimension wahrgenommen worden. Neue Berechnungen korrigieren die Zahl der in der Stadt verhungerten Menschen von bisher knapp 800.000 auf eine bis zwei Millionen. Filmaufnahmen über den Alltag in der Stadt, die nach dem Ende der Blockade in den Archiven verschwanden, sind wieder zugänglich. Und Zeitzeugenaussagen offenbaren ein bisher nicht geahntes Ausmaß menschlicher Leidensfähigkeit. Vor diesem Hintergrund erzählt der Film die Geschichte der Leningrader Blockade neu. Ein Film, der sich erstmals nicht der militärischen Leistung bei der Verteidigung, sondern dem Alltag in der belagerten Stadt widmet, der sich nicht für die heroischen Geschichten interessiert, sondern für die traurigen. Mit vielen Facetten und einem Grundmotiv: Hunger!

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