Die Frau des Leuchtturmwärters

Die Frau des Leuchtturmwärters

Camille (Anne Consigny) reist noch einmal auf die bretonische Insel Ouessant, um ihr Elternhaus, ein altes, wohnliches Gemäuer, an Pariser Interessenten zu verkaufen. Doch in der Post findet sie ein Päckchen, das an ihre verstorbene Mutter Mabé (Sandrine Bonnaire) adressiert ist: Darin befindet sich ein Buch, das eine Geschichte erzählt, die sich zu Beginn der 60er Jahre auf Ouessant abspielte. Neugierig beginnt Camille zu lesen - und damit beginnt eine lange, lange Rückblende in eine Zeit, in der Inseln noch nicht als romantisch, sondern als rückständig galten. Dementsprechend misstrauisch und naserümpfend wird der junge Antoine (Grégori Derangere) empfangen, ein Auswärtiger, der die Mannschaft um Leuchtturmwärter Yvon (Philippe Torreton) verstärken soll. Yvon, der mit Antoine ganze Tage auf dem windumtosten Leuchtturm verbringen muss, behandelt das Landei zunächst denkbar ruppig. Die Kollegen wollen gemeinsam einen Brief unterzeichnen, in dem sie die Abberufung Antoines fordern. Doch Antoine, ein ehemaliger Uhrmacher mit einer seit dem Algerienkrieg verkrüppelten Hand, lässt das bretonische Mobbing unbewegt an sich abtropfen. Widerwillig zollt der wortkarge Yvon dem zurückhaltenden Fremden schließlich Respekt und sucht gar seine Freundschaft. Mit den Frauen, die Antoine schöne Augen machen, gibt's sowieso kein Problem. Doch Antoine hat nur Augen für Mabé, Yvons hübsche, etwas verhärmte Frau. Auch Mabé fühlt sich immer stärker zu Antoine hingezogen und kann ihre Gefühle so wenig im Zaum halten wie ihr stiller Verehrer. Die bewegende Lektüre des Buchs über ihre Mutter bringt Camilles Entschluss, das Haus zu verkaufen, ins Wanken... 'Die Frau des Leuchtturmwärters' ist ein zu Herzen gehender Heimat- und Liebesfilm im besten Sinne, der auf der Suche nach der verlorenen Zeit das Heute wieder findet. Wer auf melodramatisch orchestrierte Wendungen wartet, wird von diesem schlichten Film enttäuscht werden.

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