Die Delphinflüsterin

Die Delphinflüsterin

Im Nordatlantik an der zerklüfteten Westküste Irlands leben einige ganz besondere Delphine. Anders als die meisten ihrer Artgenossen leben sie allein und suchen die Nähe anderer Tierarten und des Menschen. Die Beweggründe dieser sogenannten Solitärdelphine sind weitgehend unbekannt, und ihr faszinierendes Verhalten gibt immer wieder Anlass zu Spekulationen. Sind sie Ausgestoßene oder möglicherweise gar verhaltensgestört? Sind sie vielleicht Opfer militärischer Experimente oder einfach interessierter, eventuell intelligenter als andere Delphine? Die Delphinforscherin Ute Margreff verbringt seit Jahren jeden Tag viele Stunden im eiskalten Wasser vor der Küste Irlands. Eine besondere Freundschaft verbindet sie mit Mara, einem Delphinweibchen, das seit über zehn Jahren die Sandstrände und Steilklippen bei Milltown in Westirland ansteuert. Fast jeden Tag ist Ute Margreff bei ihr. Und jeder Tag ist anders. Manchmal bringt Mara 'Spielzeug' aus dem Meer mit, etwa einen alten Gummistiefel oder einen Hut. Ein anderes Mal kommt sie gemeinsam mit 'Freunden', zum Beispiel einem Hai oder einer Robbe. 'In solchen Situationen ist Mara sehr dominant', sagt Ute Margreff. 'Hin und wieder drängt sie die verwirrt wirkenden Tiere regelrecht dazu, Kontakt mit mir aufzunehmen.' Mara und Ute Margreff sind beide 'Forscherinnen'. Ute Margreff mit ihrem Wissensdurst über Delphine, und Mara mit ihrer unstillbaren Neugier bezüglich allem, was menschlich ist. Bei ihren stundenlangen gemeinsamen Tauchgängen hat Ute Margreff tiefere Einblicke in das Leben der kontaktfreudigen Meeressäuger gewonnen als irgendjemand sonst auf der Welt. Deshalb gilt sie als Expertin und wird auch gerufen, wenn andere Solitärdelphine vor Irlands Küsten auftauchen. Was auch immer diese dazu bewegt, die Nähe von Menschen zu suchen, kein Platz auf der Welt scheint dafür besser geeignet zu sein als Irland, die mystische, raue und wunderschöne Insel im Nordatlantik.

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