Die Chefärztin
Stephanie von Orelli will Menschen helfen, darum ist sie Ärztin geworden. Sie will Frauen ermutigen, Karriere zu machen. Denn Beruf und Familie seien durchaus vereinbar.
Die Chefärztin der Frauenklinik Triemli in Zürich ist selbst das beste Beispiel: Sie ist dreifache Mutter. Die Leidenschaft für die Medizin hat Stephanie von Orelli von ihren Eltern, beide waren Ärzte.
Als Chefärztin kann sie nicht nur helfen, sondern ihre Arbeit mitbestimmen. So setzt sie sich zum Beispiel ein, dass im Zürcher Stadtspital Triemli Frauen gefördert werden. Nie hätte sie einen Mann geheiratet, der nicht mit anpacken würde. Ihr Mann stammt aus Frankreich. Dort würde man Mütter bedauern, die nicht arbeiten gehen, sagt er. Dass seine Frau Karriere macht, war für ihn nie ein Problem.
Ein Zwölf-Stunden-Tag, Verantwortung, Macht, wenig Freizeit - ist dies erstrebenswert oder nur anstrengend? Und was spricht dagegen, etwas kürzerzutreten, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen? "Mir geht es so gut im Leben. Darum fühle ich mich verpflichtet, den Patientinnen etwas zurückzugeben: meinen vollen Einsatz. Das kommt von meiner protestantischen Erziehung", erklärt Stephanie von Orelli und lacht.