Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker
Schnitt: Moune Barius Szenenbild: Martin Schreiber München, Dezember 1976: Der 25-jährige Landwirtschaftsstudent und Industriellensohn Richard Oetker (Sebastian Koch) wird auf dem Parkplatz der Universität in Freising von einem Maskierten entführt. Vierzig Stunden wird er, eingesperrt in einer engen, verkabelten Holzkiste gefangen gehalten und bei der geringsten Bewegung mit Stromstössen malträtiert. Der Entführer fordert von der Familie die bis dahin beispiellose Lösegeldsumme von 21 Millionen DM. Nur mit Glück überlebt Richard Oetker. Nachdem die Familie gezahlt hat, setzt der Entführer sein schwer verletztes Opfer auf einem einsamen Parkplatz aus. Zwei Jahre dauern die Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft, bis der Entführer festgenommen und vor Gericht gebracht werden kann. Der hervorragend besetzte und von Peter Keglevic intensiv inszenierte Fernseh-Krimi beschreibt nicht nur detailgenau die Tat- und Ermittlungsumstände, sondern konzentriert sich auch auf die psychologische Glaubwürdigkeit der Charaktere. Dies gilt insbesondere für den von Tobias Moretti gespielten, verbissenen Ermittler des Sonderkommandos. Nach langem Widerstand stimmte Richard Oetker der Verfilmung seines Martyriums schließlich zu, um einer ebenfalls geplanten Verfilmung durch den Täter zuvorzukommen. Für die detailgetreue Rekonstruktion des Verbrechens lieferte der Täter die wesentlichen Hintergrundinformationen.