Der Rothirsch - ein König ohne Reich
Seit jeher hat der Brunftschrei des Rothirsches die Menschen fasziniert Naturfreunde wie Jäger. Doch das Bild vom König des Waldes ist angekratzt. Waldsterben, Wildverbiss, Winterfütterung, Trophäenkult, Leben hinterm Zaun der Rothirsch ist vielerorts zum 'König ohne Reich' degradiert. Günter Goldmann zeigt den Alltag der imposanten Tiere in einem alten dänischen Wald: das Brunft- und Paarungsverhalten, erbitterte Rivalenkämpfe und das Heranwachsen der Jungtiere. Die meiste Zeit des Jahres leben Hirsche und Hirschkühe getrennt. Das Rudel der weiblichen Tiere führt stets eine erfahrene, ältere Leitkuh an. Eindrucksvolle Aufnahmen gelangen dem Filmer auch in Osteuropa, in den Karpaten. Das Kamerateam konnte hier im Frühjahr einer Braunbärin mit ihren drei Jungen folgen. Höhepunkt war die erfolgreiche Jagd der Bärenfamilie auf einen Rothirsch. Sowohl in Dänemark wie auch in Deutschland ist der Rothirsch das letzte große Wildtier. Es fehlt ihm an Raum. Das wanderfreudige Tier, auf zu engem Raum zusammengepfercht, schädigt die Wälder, reißt Rinde von den Bäumen und beißt den Jungbäumen die Spitzen ab. Die Jäger lassen dem begehrten Trophäenlieferanten den Traditionen folgend so viel Pflege angedeihen, dass der Rothirsch vielerorts zu zahlreich und damit zur Geißel des Waldes wird. Im Hochgebirge ist das stattliche Tier zu einem besonderen Problem geworden. Der Bergwald dient dort als wichtiger Schutz vor Lawinen und Erosion. An einem Beispiel in der Steiermark in Österreich zeigt Günter Goldmann auf, wie durch Zusammenarbeit von Jägern, Forstleuten und Wildbiologen der Rothirsch erhalten werden kann, ohne dass der Wald zu sehr geschädigt wird.