Der Nationalpark Sumava in Tschechien
Der Sumava-Nationalpark im Südwesten Tschechiens wurde 1991 eingerichtet. Das auch Böhmerwald genannte Gebiet grenzt auf einer Länge von 25 Kilometern an den deutschen Nationalpark Bayerischer Wald. Zusammen bilden die beiden Parks einen großzügigen Lebensraum für Flora und Fauna. Der Status der Region als militärisches Sperrgebiet während des Kalten Krieges begünstigte die ungestörte Entwicklung der Natur. So finden sich hier noch seltene und bedrohte Arten, die in Mitteleuropa praktisch ausgestorben sind. Auch die unterschiedlichen Landschaften im Böhmerwald tragen zu seiner großen Artenvielfalt bei. Nahezu geräuschlos bewegt sich der scheue Luchs durch die Bergwälder. Bis zu 350 Quadratkilometer umfasst sein Revier. Im Februar, wenn es bitterkalt ist, beginnt für ihn die heißeste Zeit im Leben. Ein paar Tage lang wird der Einzelgänger zu einer regelrechten Schmusekatze, danach gehen die männlichen und weiblichen Luchse wieder getrennte Wege. Anfang des vorigen Jahrhunderts war der Luchs fast überall in Mitteleuropa ausgerottet, doch in den Nationalpark Sumava ist die größte europäische Raubkatze vor dreißig Jahren zurückgekehrt. Auch der Habichtskauz konnte hier erfolgreich wieder angesiedelt werden.