Der Dom zu Merseburg
Als Otto der Große im Jahre 955 die Ungarn auf dem Lechfeld besiegte, schwor er, zum Dank in Merseburg ein Bistum zu errichten. Er löste sein Versprechen ein und Merseburg wurde in den folgenden Jahrhunderten zu einem geistigen und politischen Zentrum. Immer wieder fanden sich die Könige des ostfränkisch-deutschen Reiches hier ein, um Hoftage oder hohe Festtage mit prachtvollen Gottesdiensten zu feiern. Zahlreiche Schätze aus dieser Zeit sind bis heute erhalten geblieben. Der Film durchstreift den Merseburger Dom St. Johannis und St. Laurentius und unternimmt eine Reise in die Vergangenheit. Er spürt dem Geheimnis der berühmten Merseburger Zaubersprüche nach, die zu den ältesten schriftlichen Zeugnissen deutscher Sprache zählen, er forscht nach, warum der Chor des Domes zunächst immer wieder einstürzte, und fragt, wo die kostbaren Reliquien geblieben sind, die Domherren einst im Krieg an geheimer Stelle vergruben. Er erzählt, wie Rudolf von Schwaben 1080 in einer Schlacht bei Hohenmölsen erst seine Hand und dann sein Leben verlor und warum der Bischof Thilo von Trotha anordnete, dass bei dem Schloss für alle Zeit ein Rabe im Käfig gehalten werden sollte. Die vieltürmige Domburg thront über der Stadt, sie ist ihr architektonischer Höhepunkt. Aber sie ist auch seit jeher ein Ort gewesen, der Kräfte und Ideen freisetzte, der Gemeinschaft und Identität stiftete. Gerade auch in der jüngsten Vergangenheit, in der Krieg und Stadtplanung ihre Spuren im Stadtbild hinterließen, haben sich Menschen für den Dom begeistert, haben ihn gepflegt und erhalten. Letzter Beweis ist die gelungene, aufwendige Restaurierung der Merseburger Domorgel: eines der größten und schönsten Instrumente des Orgelbauers Friedrich Ladegast. Vor allem der Initiative eines Merseburger Freundeskreises ist ihre Wiederauferstehung zu verdanken.