Der blaue Express

Der blaue Express

1920: Ein Expresszug fährt von China in die Sowjetunion. Darin sitzen Männer und Frauen unterschiedlichen Standes. In der ersten Klasse reist der britische Gesandte mit Missionaren und Unternehmern. In der zweiten Klasse sind Bürger, Akademiker und Handelsvertreter unterwegs, in der dritten Klasse reist das Proletariat. Als dort ein Mädchen Opfer sexueller Übergriffe wird, entwickelt sich aus dem Handgemenge eine Revolte, bei der sich chinesische Tagelöhner gegen korrupte Generäle und Waffenschieber erheben. "Der blaue Express" war ursprünglich als Stummfilm gedreht worden und kam ab 1930 auch als Tonfilm in die Kinos. In Deutschland war Edmund Meisel, der die legendäre Premierenmusik für "Panzerkreuzer Potemkin" geschrieben hatte, für die Vertonung verantwortlich. Edmund Meisel (1894-1930) gilt als der große Neuerer der Stummfilm-Musik, der Filmen durch die Verschmelzung von Musik und Bildschnitt eine bezwingende Wirkung gab. Er schuf den Sound epochaler Werke der Film - und Theatergeschichte der 1920er Jahre, unter anderem für "Berlin - die Symphonie der Großstadt" (1927) und "Oktober" (1928). Seine Ausdrucksmittel hatte Meisel an der Berliner Volksbühne fürs Politische Theater von Erwin Piscator entwickelt. Er experimentierte mit neuen Technologien der Musikbegleitung, schrieb 14 Bühnenmusiken und zehn Filmmusiken, er dirigierte, machte Hörspiele und Plattenaufnahmen. Die Filmmusik für "Der blaue Express" ist sein künstlerisches Vermächtnis; Edmund Meisel starb kurz nach der Studio-Einspielung im November 1930 - mit ihm hatte die Filmwelt einen ihrer produktivsten Komponisten verloren.

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