Das Weltall aus Bayern
Der Wendelstein: beliebter Aussichtsberg und moderner High-Tech-Gipfel. Dort oben stehen nicht nur der Sendemast des Bayerischen Rundfunks und eine Wetter-Station, sondern auch ein Observatorium. Die Sternenforscher der Universität München blicken von rund 1800 Metern Höhe weit ins Weltall. Am 21. Mai 2012 wurde ihr neues Teleskop eingeweiht - nach vierjährigen Umbauarbeiten.
Damit sich der Aufwand lohnt, wurde auch gleich die schützende Kuppel ersetzt. Sabine Schmalhofer hat den langwierigen und nicht immer einfachen Erneuerungsprozess beobachtet.
Das alte Teleskop musste durch enge Tunnelgänge im Gipfelmassiv bugsiert werden. Die schweren Stahlteile wurden mit der Zahnradbahn ins Tal gefahren. Die neue Kuppel aus modernem Kunststoff wiegt 10 Tonnen. Zu schwer für den Helikopter. Häppchenweise wurden die Teile mit einem Spezial-Hubschrauber auf den Gipfel geflogen. Der starke Wind machte dem Team aus Wissenschaftlern und Technikern schwer zu schaffen. 2011 kamen die "Innereien" der Kuppel: das modernste und leistungsstärkste Teleskop Deutschlands. Auch eine spannende Flugnummer. Der Schwerlast-Helikopter musste wegen schlechten Wetters immer wieder unterbrechen.
Endlich war es soweit: Die Sternenforscher konnten ihr neues Observatorium beziehen. Und neben den Studenten der Universität München dürfen ihnen künftig auch Besucher über die Schulter schauen. Denn, so die Forscher, das Weltall ist schließlich für Alle da.