Das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro
Es begann am 16. Juli 1950 in Rio de Janeiro: Ganz Brasilien fiebert dem WM-Endspiel im Maracanã entgegen. Niemand zweifelt daran, dass der Gastgeber vor fast 200.000 Zuschauern gegen den Außenseiter Uruguay gewinnen würde. Doch dann passiert das Unfassbare: Alcides Ghiggia schießt das Siegestor - für Uruguay! Ein Land steht unter Schock. Die verlorene WM im eigenen Land - ein Trauma, das bis heute in den Fußballseelen der Brasilianer präsent ist. Während der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 ist die Welt erneut in Brasilien zu Gast. Das legendäre Stadion wurde für Hunderte Millionen Euro renoviert. Aber nicht alle Brasilianer sind damit einverstanden. Während der Proteste, die das Land seit Monaten beherrschen, wird das Stadion plötzlich zum Symbol des Widerstandes, wie die Dokumentation zeigt. WM-Torschütze Alcides Ghiggia, die Sängerin Ivete Sangalo, Fußball-Legende Mário Zagallo, Weltfußballer Romário, der Indianer Carlos Tukano, dessen Kulturzentrum einem Parkplatz weichen soll, sowie einfache Menschen aus der benachbarten Favela, die den Baumaßnahmen rund um das neue Stadion weichen musste - sie alle kommen zu Wort. Die Geschichte des Maracanã spiegelt die Geschichte Brasiliens wider, hier kanalisiert sich das, was das riesige Land ausmacht: Musik, Tanz, Kampf, Fußball, Religion, große Triumphe, aber auch Niederlagen und Dramen. Dieses besondere Stadion ist Sinnbild für ganz Brasilien, in dem Schreckliches und Schönes so nah beieinanderliegt wie kaum sonst irgendwo auf der Welt, und an dem sich für den Zeitraum von ein paar Wochen die Träume Tausender Menschen aus aller Welt entzünden.