Das Mädchen Rosemarie

Das Mädchen Rosemarie

Der Film "Das Mädchen Rosemarie" (1996) ist ein aufwendiges Remake von Rolf Thieles gleichnamigem Klassiker aus dem Jahr 1958. Wie die Erstverfilmung ist Eichingers Neufassung eine opulente Leinwandbiografie der 1957 in Frankfurt am Main ermordeten Prostituierten Rosemarie Nitribitt, zu deren Kundenkreis angeblich prominente Industrielle gehörten. Der Fall sorgte im Deutschland der Wirtschaftswunderära für viel Aufsehen, blieb jedoch ungeklärt. Ähnlich wie das Original von 1958, das mit Nadja Tiller, Peter van Eyck, Gert Fröbe, Mario Adorf, Karin Baal und Horst Frank einige der populärsten Stars des Nachkriegskinos vereinte, versammelte Eichinger für sein Remake eine illustre Besetzung, darunter Heiner Lauterbach, Mathieu Carrière, Til Schweiger und Hannelore Elsner und die bei den Dreharbeiten erst 20-jährige Nina Hoss, für die die Rolle den Durchbruch bedeutete. Der Film wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" mit der "Lilli Palmer Gedächtnis-Kamera" für Nina Hoss und dem Preis für die beste Kameraarbeit beim Bayerischen Fernsehpreis 1997 für Gernot Roll, welcher am 12. November 2020 verstarb. Bernd Eichinger verstarb am 24. Januar 2011 in Los Angeles im Alter von 61 Jahren an einem Herzinfarkt.

"Taugt diese Geschichte aus der Geschichte, im Abstand nun von Jahrzehnten, noch einmal zum Filmstoff? Bernd Eichinger, der erfolgsverwöhnte Produzent, bewies bei seiner Wahl gleich zweifachen Mut. Nicht nur, dass er das Melodram in der Moritat entdeckte und mit allem Kinoglamour ausleuchtete, das sein Metier ihn gelehrt hat. Er fungierte gut zwanzig Jahre nach seinem Abschlussfilm an der Münchner Hochschule erstmals auch wieder als Regisseur - und bewährte sich in der neuen Rolle sowie als Autor eines Drehbuchs entlang der alten Vorlage aufs Beste." (Hans-Dieter Seidel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.1996)

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