Das Haus in Montevideo

Das Haus in Montevideo

Professor Traugott Herrmann Nägler lebt nach strengsten Prinzipien, was Moral, Pflichterfüllung und Disziplin angeht. Dies bekommen nicht nur seine Schüler, sondern auch seine treu sorgende Gattin und seine zwölf Kinder zu spüren. Eines Tages erreicht die Familie die Nachricht, im fernen Montevideo warte eine große Erbschaft auf sie, was den wohlgeordneten Haushalt Nägler in große Aufregung stürzt. Vor Ort in Südamerika stellt der penible Professor allerdings fest, dass das Testament einen Haken hat. Professor Traugott Hermann Nägler lebt mit Ehefrau Marianne und zwölf Kindern in einer spießigen Vorortidylle. Für den Akademiker, der seine Kinder nach Figuren aus der griechischen Mythologie und dem Werk Richard Wagners benannt hat, zählen im Leben vor allem Moral, Pflichterfüllung und Disziplin. Diese Prinzipien bekommen nicht nur seine Schüler, sondern auch seine Familie zu spüren. Gattin Marianne, die ihren Mann trotz seiner Marotten von Herzen liebt, gelingt es jedoch stets, die Pedanterie ihres Mannes auszugleichen. So geht alles seine geregelten Bahnen, einzig finanzielle Sorgen bereiten der Familie Kummer. Doch dann erreicht die Näglers die Nachricht, dass Traugott seine Schwester beerbt hat. Nur Marianne weiß um das düstere Geheimnis, das die Verwandte umweht: Einst hat Traugott seine jüngere Schwester Josephine aus dem Haus gejagt, weil sie ein uneheliches Kind erwartete. Laut Testament ist Josephine seitdem im südamerikanischen Exil in Montevideo zu Reichtum und Hausbesitz gekommen. Und da dem Brief drei Schiffskarten beiliegen, beschließt die Familie, dass der Vater, seine älteste Tochter Atlanta und ein befreundeter Pastor die Reise nach Südamerika antreten sollen. Mit von der Partie ist auch Atlantas Verehrer Herbert - natürlich inoffiziell, denn für Vater Nägler kommt Herbert als Hochzeitskandidat seiner Tochter nicht infrage. In Montevideo angekommen, muss der sittenstrenge Traugott allerdings feststellen, dass ihm seine Schwester mit dem Erbe eine schwere Prüfung bereitet hat. Die Komödien des Schriftstellers, Autors, Schauspielers und Regisseurs Curt Goetz (1888-1960) gehören zu den unvergesslichen Klassikern der deutschen Unterhaltungskultur - ob auf der Theaterbühne oder im Kino. Goetz war ein Multitalent mit der besonderen Gabe, der Gesellschaft mit komödiantischem Stil und leichtfüßigem Sprachwitz den Spiegel vorzuhalten. Eines der besten Beispiele hierfür ist der Film 'Das Haus in Montevideo', den Goetz zusammen mit seiner Ehefrau Valérie von Martens inszenierte, und der zu einem der größten Kassenerfolge des deutschen Kinos in der frühen Nachkriegszeit wurde. Die Hauptrolle des Leinwandpaares Nägler übernahm das Ehepaar Goetz / von Martens in ihrem Erfolgsfilm gleich selbst.

Bewertung

0,0   0 Stimmen