Das Erzgebirge

Das Erzgebirge

Mit seinen sanft gerundeten Bergen und Tälern, den schroffen, steil aufragenden Felsen zählt das Erzgebirge zu Deutschlands schönsten Landschaften. Bauernland gab es in diesem Mittelgebirge so gut wie nie. Denn bereits im 12. Jh. hob 'Berggeschrey' an, als die ersten Silberfunde zutage kamen.
'Alles kommt vom Bergbau her ...', 800 Jahre prägte der Bergbau die Landschaft, es entwickelten sich vielfältige Wechselbeziehungen zwischen Bergbau und Städteplanung, Architektur und Bildender Kunst. In den neugegründeten Bergstädten Annaberg, Freiberg und Marienberg entstanden große Hallenkirchen, die von außen eher nüchtern, der schroffen Gebirgslandschaft angepasst erscheinen. Mit ihrer reichen Ausstattung im Innern spiegeln sie den Repräsentationsanspruch von Landesherren, reichen Bürgern und bergmännischen Bruder- und Knappschaften wider. Glanzvolle, lichte Kirchen spendeten Trost, denn die Bergmannsarbeit war hart, voller Gefahren, oft monatelang fern vom Tageslicht. Der Bergbau brachte den wettinischen Herrschern wirtschaftliche Macht und politischen Einfluss. Bergherren, weiterverarbeitende Industrie, Händler, Fuhrunternehmer u. a. kamen zu Wohlstand. Die Materialien forderten Künstler und Kunsthandwerker heraus, beachtliche Kunstwerke entstanden im Auftrag der Landes- und Bergwerkherren. Sachsen war zeitweise das reichste unter den deutschen Ländern. Selbst als die Ausbeute bescheidener wurde, die Gewinne schmolzen, blieben die Silberschätze Augusts des Starken legendär. Selbst in Zeiten der bergbaulichen Blüte war dagegen die Lage der einfachen Bergleute immer schwierig. Sie waren gezwungen, Nebenerwerbe zu finden. So entstand die Heimarbeit, die Spielzeugherstellung, die Drechselkunst, die Spitzenklöppelei. Nach Rückgang und Erlöschen des Bergbaus wurde häufig die Heimarbeit zur alleinigen Existenzgrundlage für die Familien.

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