Damals in Hessen

Damals in Hessen

Geschichte 

Die Nachkriegsjahre in Hessen: Nach Kapitulation und Entnazifizierung geht es zunächst ums nackte Überleben, aber bald schon beginnt der Wiederaufbau, und die Währungsreform signalisiert einen Neubeginn. Der Film erzählt diese Zeit aus der Sicht von Heinrich Dröge und Karl Körber. Heinrich Dröge baut zusammen mit seinen Lehrern und Mitschülern seine zerstörte Schule in Frankfurt wieder auf und macht dort das "Notabitur". Für ihn ist es eine Zeit des Neubeginns, an die er sich später in Büchern zurückerinnern wird. Karl Körber kehrt 1945 nach kurzer Kriegsgefangenschaft in seinen Geburtsort Neckarsteinach im äußersten Süden Hessens zurück. Er erlebt die Nachkriegsjahre als ebenso schwierige wie kreative Zeit: Mit dem Moped fährt er durch den Odenwald und organisiert Bettwäsche, die er in Kommission an junge Frauen verkauft - als Aussteuer. Filmdokumente, teilweise noch nie im Fernsehen gezeigt, versetzen in jene Jahre zurück, in denen die Städter "zum Hamstern" aufs Land fuhren, um Silberbestecke gegen Kartoffeln, Teppiche gegen Speck einzutauschen und in denen die allgemein gültige Währung amerikanische Zigaretten waren. Die Sendung zeigt eine Razzia auf dem Frankfurter Schwarzmarkt ebenso wie eine Shakespeare-Inszenierung in Klosterruinen und die erste Modenschau mit Modellen aus recycelten Vorkriegskleidern und Stoffresten. Dramatische Bilder erinnern an die Jahre des Hungers und des Mangels auf allen Ebenen: In den Müllbergen suchen Familien nach Essenresten, und in den Bahnhöfen kämpfen die Menschen um die letzten Plätze auf den Trittbrettern und Dächern der Züge.

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