Chinas ungeliebte Frauen

Chinas ungeliebte Frauen

Jede Frau in China kennt die Ansage: Sie soll gut ausgebildet sein, um auf dem Heiratsmarkt zu punkten - hat sie aber mit 27 Jahren noch nicht den Richtigen gefunden, wird es schwierig. Sie gehört dann schnell zur Kategorie "sheng nu", zu den "Übriggebliebenen". Diese traditionelle Rollenzuschreibung erzeugt immensen Druck auf die Frauen, der von der Politik noch verstärkt wird. Denn durch die Ein-Kind-Politik sind die Männer weit in der Überzahl.

Doch Qiu Huamei, Xu Min und Gai Qi wollen oder können das streng geregelte Heiratsspiel nicht spielen. Sie ermöglichen den beiden israelischen Filmemacherinnen Shosh Shlam und Hilla Medalia tiefe Einblicke in ihren privaten Kampf um Anerkennung, Liebe und Glück. Jede für sich macht auf dem konfliktreichen Weg tiefgreifende Entwicklungen durch. Alle drei Frauen eröffnen dabei eine nuancierte und selten intime Perspektive auf das Leben moderner Frauen in einem Land, wo arrangierte Ehen üblich waren - und immer noch sind.

Jede Woche stehen besorgte Eltern im Park auf dem "Heiratsmarkt" und bieten ihre Kinder an. Selbst die willensstarke Huamei kann sich der Erwartungshaltung ihrer Familie nicht entziehen und streift von Stand zu Stand. Doch ernüchtert zieht die 34-Jährige weiter. Von einer Anwältin sei im Falle eines Ehestreits nichts Gutes zu erwarten, bekommt sie zu hören.

Die 28-jährige Xu Min würde sich zwar gerne binden, doch ihrer Mutter ist keiner gut genug. Min nimmt an einer öffentlichen Kuppel-Show teil, um den adäquaten Partner zu finden - und braucht einige Therapiestunden, um zu verstehen, was der eigentliche Grund ihres Konflikts mit der Mutter ist.

Mit ihren 36 Jahren ist Gai Qi die älteste der drei Frauen. Um ihr Familienglück zu ermöglichen, nimmt die Hochschuldozentin einen wesentlich jüngeren Mann aus einer weniger privilegierten Schicht in Kauf - doch ihre Schwiegermutter darf nicht erfahren, wie alt Qi wirklich ist.

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