Blumen zwischen Trümmern

Blumen zwischen Trümmern

Dokumentarfilm 

Zwei Jahre nach dem letzten Krieg von 2014 ist es zwar ruhig geworden um Gaza. Doch das Leben der Menschen dort verschlechtert sich zunehmend. Rund 1,9 Millionen Personen wohnen hier, abgeschirmt von der Aussenwelt, in einem der dichtest besiedelten Gebiet der Welt. Seit 2007 umgibt eine durch Isreal erbaute Mauer den Gazastreifen. Aber auch die ägyptische Grenze ist dicht. Niemand kann das Land verlassen. Die Bevölkerung erlebte drei Kriege, ohne die Möglichkeit zu fliehen. Dies hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch tiefe seelische Wunden hinterlassen.

Die Schweizer Psychoanalytikerin Ursula Hauser und ihre Kotherapeutin Maja Hess reisen seit 15 Jahren einmal jährlich nach Gaza. Dank der Hilfsorganisation Medico International Schweiz haben sie ortsansässige Psychologinnen in Psychodrama ausgebildet, einer Methode der Gruppentherapie, welche die Aufarbeitung von Traumata

ermöglicht.

«Wir versuchen, damit so gut wie möglich zu verhindern, dass die Leute in eine Lähmung fallen und sich dem Schicksal fatalistisch ergeben. Sie sollen wissen, dass es von jedem Einzelnen abhängt, was man tun kann», sagt Ursula Hauser, die sich trotz jahrzehntelanger Erfahrung in Kriegs- und Krisengebieten mit ungebrochener Leidenschaft für ihre Arbeit einsetzt.

Das Filmteam begleitet die beiden Schweizerinnen in den Gazastreifen, wohin niemand ohne israelische Erlaubnis einreisen darf. Und er zeigt die Zusammenarbeit mit den palästinensischen Kolleginnen. Dabei lernt das Filmteam auch den Alltag dieser starken Frauen kennen: Was bedeutet es, in einem Land zu leben und zu arbeiten, in dem der Krieg nie wirklich vorbei ist, wo zwar Waffenruhe, jedoch nie wirklich Frieden herrscht?

Die drei Psychologinnen Enas Jouda, Ensherah Zaqout, und Huda Nayef, die neben ihrem Beruf auch Mütter mehrerer Kinder sind, wenden die Psychodrama-Methode inzwischen selber bei ihren Landsleuten an.

Sie sind sich der Opfer-Täter-Mechanismen bewusst, die dazu führen können, dass Menschen selbst erlittenes Leid andern zufügen, wenn sie es nicht verarbeitet haben.

Diese Spirale versuchen sie ganz konkret und ohne Schuldzuweisung durch ihre therapeutische Arbeit zu durchbrechen. Die Beteiligten befreien sich im geschützten Rahmen eines Theaterspiels von ihrer Opferrolle und werden zu aktiven Akteuren einer Veränderung. So verliert das innere Resignations- und Aggressionsmuster an Kraft und Grundlage, und eine neue Haltung wird möglich. In diesem Sinn ist das Engagement der Protagonistinnen in diesem Film auch ein Einsatz für die Deeskalation und den Frieden in Gaza.

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