betrifft: Mythos Aspirin
Aspirin ist das bekannteste Schmerzmittel auf der Welt. 776 Millionen Euro setzte der Bayer-Konzern im Jahr 2010 mit der Acetylsalicylsäure um. Viele Menschen wenden es nach einer durchzechten Nacht oder bei leichtem Unwohlsein an oder bekämpfen lästige Dauerschmerzen damit. Es ist frei verkäuflich in den Apotheken und man kann so viel davon nehmen, wie man will. Wird das Schmerzmittel zu leichtfertig genommen und werden die Nebenwirkungen unterschätzt? Um den sorglosen Umgang mit Schmerzmitteln wie Aspirin zu bremsen und den Bürger vor sich selbst zu schützen, sollten die Packungsgrößen aller rezeptfreien Schmerzmittel verkleinert werden und so auf maximal vier Tage Anwendungsdauer beschränkt werden. Das sah jedenfalls ein Antrag des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor. Davon betroffen gewesen wären nicht nur Acetylsalicylsäure, sondern auch die frei verkäuflichen Schmerzmittel Iboprofen, Diclofenac, Paracetamol und Naproxen und die weniger bekannten Mittel Phenazon und Propyphenazon. Dem Antrag des BfArM ist allerdings der zuständige Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht in seiner Sitzung im September 2011 nicht gefolgt. Anfang 2012 wird der Antrag nun erneut diskutiert. Sollte das Bundesgesundheitsministerium aufgrund einer Empfehlung des Gremiums tatsächlich eine Verkleinerung der Verpackungen freiverkäuflicher Schmerzmittel verordnen, könnte das bis 2013 umgesetzt werden.