Auf gute Nachbarschaft - Die Grätzlifizierung Wiens
Die Sehnsucht nach dörflichem Idyll, nach überschaubaren Strukturen, nach gleichgesinnten Nachbarn: Sie ist in der Stadt angekommen. Der Traum vom Häuschen am Land scheint ausgeträumt.
Die Gründe: veränderte Familienmodelle, steigendes Energiebewusstsein, wachsendes Kulturangebot, Mobilitätsinfrastruktur. Man möchte wieder in die Stadt. Doch genau dort soll das Dorf, die idyllische "Heimat" weiterleben.
Die "Anonymität", die die Lichter der Großstadt einst garantiert haben, ist nicht mehr gefragt. Menschen suchen nach Halt und Orientierung, nach Gemeinschaft mit Gleichgesinnten in unsicheren Zeiten. Nachbarschaftsinitiativen boomen, die eigene "hood" wird, auch symbolisch, aufgewertet. Die Schattenseite der Medaille heißt "Gentrifizierung". Die "alten" Bewohner müssen an den Stadtrand ziehen, die Mieten in den hippen Vierteln werden unbezahlbar und die heterogene Bevölkerungsstruktur geht verloren.