Auf dünnem Eis: Mit harter Arbeit zum Erfolg
SRF1
29.01., 04:00
- 04:30 Uhr
Man hört es, bevor man es sieht: das scharfe Schneiden der Kufen, das leise Zischen, wenn Stahl über Eis gleitet. Es ist dieses einmalige Geräusch, das Lukas Britschgi bis heute fasziniert. Gehört hat er es zum ersten Mal als kleiner Knirps in der Eishalle in Frauenfeld, als sein Jugendtrainer Alexei Pospelov übers Eis gegleitet ist.?
Lukas ist kein Wunderkind, kein Jahrhunderttalent. Er hat sich ganz einfach Hals über Kopf ins Eiskunstlaufen verliebt. Seine Mutter Gaby Britschgi - selbst eine passionierte Eistänzerin - hat ihren Sohn in ihre Trainingslektionen mitgenommen. Dort zieht er seine ersten Kurven auf dem Eis: vorsichtig, neugierig, ohne herausragendes Talent. Die grossen Sprünge und der Erfolg kommen erst viel später.
Lukas Britschgi ist ein Spätzünder in einem Sport, der Talent und frühe Erfolge verlangt. Selbst sein Trainer zweifelt lange, ob Lukas' Weg bis ganz nach oben führen kann. «Eiskunstlauf», sagt er, «ist zu 80 Prozent Kopfsache.»
Und genau dort liegt seine grosse Stärke. Was leicht aussieht, ist Schwerstarbeit: Krafttraining, Technik, mentale Kontrolle. Jeder Sprung ein Risiko, jede Landung eine Gefahr. Bei einem Dreifachsprung wirken Kräfte, die dem Sechsfachen des Körpergewichts entsprechen. Fehler tun weh. Das Eis ist gnadenlos hart.