Auf dem geraden Weg

Auf dem geraden Weg

DokumentationDDR / D  

Fritz Gerlich, einer der ersten großen Widersacher Hitlers. Als Journalist ist er kompromisslos, als Person dagegen von radikalen Brüchen geprägt. Getrieben von der Suche nach absoluter Wahrheit wechselt er mehrmals seine politische Gesinnung und sogar den Glauben. Schon vor Hitlers Machtergreifung 1933 sagt Fritz Gerlich die Schrecken der Nazi- Herrschaft voraus. Mit seiner Zeitung 'Der gerade Weg' sucht er offen die Konfrontation mit dem Führer und seinen Gefolgsleuten - immer im Bewusstsein, wie viel er damit aufs Spiel setzt. Kompromisslose Überschriften wie 'Hat Hitler Mongolenblut?' prägen den Stil seiner Zeitung, denn er ist überzeugt: Hitler lässt sich nur mit seinen eigenen Waffen schlagen. Obwohl ein Hauptgegner der Nazis, ist Gerlich bis vor wenigen Jahren fast völlig in Vergessenheit geraten. Doch, wer einmal mit seiner Geschichte in Kontakt gerät, den lässt sein Schicksal nicht mehr los. Der Journalist Georg Walser, ein 'infizierter' Privatmann, geht den Spuren Fritz Gerlichs nach - getrieben von der Frage, was dem Publizisten die Kraft und den Mut gab, bis zu seiner Hinrichtung 1934 den Widerstand nicht aufzugeben. Zusammen mit Georg Walser sucht der Filmautor Juri Köster die entscheidenden Orte in Gerlichs Leben und die wichtigsten Gerlich-Spezialisten auf. So werden die radikalen Brüche seines Lebens greifbar: erst deutschnational, dann ein kompromissloser Gegner Hitlers. Obwohl er für seine schneidende Intelligenz berühmt ist, folgt er den Visionen der bis heute umstrittenen stigmatisierten Resl von Konnersreuth. Vom calvinistischen Glauben konvertiert er zum katholischen. Er wird zu einer der wichtigsten Figuren des katholischen Widerstands gegen Hitler. Fritz Gerlich: kein Heiliger, aber Vorbild für einen kritischen und unbeugsamen Journalismus. Auch in Zeiten scheinbarer Rechtssicherheit steht er dafür, wie wichtig es ist, für die Meinungs- und Pressefreiheit zu kämpfen - eine Freiheit, die täglich irgendwo auf der Welt zu verteidigen ist.

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