Als Frankfurt hundert Gassen hatte

Als Frankfurt hundert Gassen hatte

Die Frankfurter Altstadt, historisches Zentrum der Kaiserstadt am Main, galt als eines der wertvollsten Quartiere Deutschlands, mit vielen uralten Häusern noch aus den Zeiten des Spätmittelalters. In den Bombennächten 1944 ging sie unter, und die wenigen Häuser, die den Krieg überdauerten, fielen in den fünfziger Jahren der neuen Stadtplanung zum Opfer. Seit Jahren streiten Bürger und Politiker über Pläne für einen Wiederaufbau - und dabei scheiden sich die Geister bis heute. Der Film von Jörg-Adrian Huber geht auf eine Zeitreise in die dreißiger und vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und zeigt, wie das Leben in der Altstadt wirklich war. Ehemalige Bewohner und Besucher der Altstadt schildern ihre Eindrücke. Frieda Becker, 84 Jahre alt, erinnert sich an feuchte und enge Gassen; Rolf Schmitz, 76 Jahre alt, erzählt vom Leben auf engstem Raum. Heinrich Dröge, 76 Jahre alt, weint der Altstadt keine Träne nach - reich verziertes Fachwerk wie in anderen hessischen Städten habe es hier ohnehin nie gegeben. Hildegard Zackel, 77 Jahre alt, war kurz vor der Zerstörung häufig Gast in der Altstadt. Eine Sanierung sollte damals Licht und Luft in das verbaute Viertel bringen. Dass Teile der Altstadt heute wieder entstehen sollen, ist inzwischen beschlossene Sache. Aber wie viele Häuser historisch korrekt rekonstruiert werden - und was 'historisch korrekt' letztlich bedeutet -, darüber wird noch immer gestritten. Dennoch, was das Viertel einst für die Menschen bedeutete, das ist nur noch in der Erinnerung lebendig.

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