Afrika - Der ungezähmte Kontinent

Afrika - Der ungezähmte Kontinent

Wo Wasser ist, da ist Leben. Doch genau das ist das Problem im Südwesten Afrikas, einem der geologisch ältesten Teile des Kontinents. In der Kalahari mit ihren rätselhaften Feenkreisen sind Wasserstellen, wie sie hier nur sporadisch auftreten, zwangsläufig Treffpunkt aller vom Durst Geplagten - von Jägern und potenziellen Opfern, Herdentieren und Einzelgängern, von Giganten und winzigen Kreaturen. Ironischerweise gibt es eigentlich Wasser im Überfluss, nur ist es unerreichbar. In 60 Metern Tiefe, am Grund des sogenannten Drachenhauchlochs in Namibia, liegt der grösste unterirdische See der Erde. Und selbst hier unten, in diesem Hunderte von Metern tiefen See, versuchen eigenartige und äussert seltene Gestalten, ihr Leben zu meistern. Ein schwarzer Singvogel, der Drongo, lebt in der Kalahari in einer eigenartigen Symbiose mit den Erdmännchen. Von seinem Ausguck aus warnt er sie vor nahenden Gefahren. Doch er missbraucht ihr Vertrauen gelegentlich auch, um sich einen nahrhaften Happen zu erschwindeln. Oder da sind die Straussenküken, welche die Wasserstelle in der Etosha-Salzpfanne erreichen müssen, um nicht zu verdursten. Die Altvögel bringen ihre Schar unter der sengenden Sonne im Schatten ihrer Flügel zwar sicher ans Ziel, doch Vorsicht ist geboten: Zwischen Hunderten von Zebras, Giraffen, Elefanten und anderen durstigen Besuchern müssen sich die Winzlinge ihren Weg zur Wasserstelle erkämpfen, ohne zertrampelt zu werden. Im Schutz der Dunkelheit versammeln sich ungeahnt viele Spitzmaulnashörner zu einem gesellschaftlichen Anlass am Wasserloch. Dank modernster Starlight-Kameras werden die Zuschauerinnen und Zuschauer Zeugen, wie die üblicherweise einzelgängerischen Tiere nachts ihre überraschende Kontaktfreudigkeit und Zärtlichkeit verraten - und auch ihre Misserfolge in Liebesangelegenheiten. Wie aus einem Science-Fiction-Film entstiegen wirken hingegen die fleischfressenden Heuschrecken. Langsam, jedoch unaufhaltsam klettern sie in die Nester der Webervögel, um sich über die noch wehrlosen Küken herzumachen.

Bewertung

0,0   0 Stimmen