8.000 Meilen bis Alaska (2/2)

8.000 Meilen bis Alaska (2/2)

Nur noch ein paar Inuit-Familien leben auf Amerikas Außenposten im Eismeer, der Felseninsel Klein-Diomedes, nahe der Datumsgrenze und in Sichtweite Russlands. Dem angereisten Reporter Klaus Scherer zeigen sie, wie sie hier noch bei minus 50 Grad Alaska-Krebse fangen und im Einklang mit der rauen Natur seit Generationen überleben. Doch sie klagen auch über die Teilung ihrer Heimat, seit Russland das Dorf auf der Schwesterinsel Groß-Diomedes geräumt hat. Nach Tausenden von Kilometern Anreise quer durch den amerikanischen Kontinent ist das Team zunächst auf der historischen 'Great Northern Railway' durch die Rocky Mountains unterwegs und quartiert sich in einem Hotel ein, das Eisenbahnwaggons zu Zimmern umgebaut hat. Zudem besucht Scherer ein Bootsbauercollege an der Pazifikküste im Bundesstaat Washington. In Alaska trifft er auf Ranger, die verwaiste Grizzlybären aufziehen, und auf ein Aussteiger-Paar aus West-Virginia, das gerade eine alte Wohnform wiederentdeckt: die Jurte. Am Ende hält ein Schneesturm Scherers Team tagelang zwischen der Goldgräberstadt Nome und den Diomedes-Inseln gefangen, bis endlich der Wind abflaut und die nächste Landepiste auf der Eisdecke wieder vom Schnee befreit ist - gerade rechtzeitig, bevor das Tauwetter des Frühlings Landungen unmöglich macht. 'Als Deutsche kommt uns der Satz bekannt vor', blickt Scherer zurück, 'dass der Eiserne Vorhang nicht für immer die Heimat von Menschen teilen sollte.' Auf Diomedes bekomme man als Reisender bald den Eindruck, die Geschichte habe diesen Ort vergessen.

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