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die nordstory: Frischer Wind für alte Boote - Die Welt der Boddensegler von Ahrenshoop bis Zingst

Land und LeuteD 60 Minuten 

Uwe Grünberg arbeitet kopfüber am Rumpf seiner "Fortuna", einem Zeesboot. Schon seit den 1990er-Jahren wollte er ein eigenes. Seit 2013 hat er endlich eines. Eine ganze Stange Geld hat er schon in das marode Schiff investiert und wieder eine Schönheit daraus gemacht, auf der Werft von Nils Rammin in Barth, dem Eldorado der Zeesbootszene in Mecklenburg-Vorpommern.

Draußen im Barther Bodden stehen Horst und André Grählert in grünen Gummiklamotten auf ihrem Zeesboot. Für Vater und Sohn ist das 100 Jahre alte Segelschiff kein Hobby. Sie sind Fischer und normalerweise mit einem kleinen Dieselkutter unterwegs. Aber die beiden haben eine Sondergenehmigung vom Nationalparkamt: Sie dürfen als Einzige weit und breit mit der Zeese fischen, dem traditionellen Schleppnetz der Boddenfischer.

In Prerow auf dem Darß wird Jens Lochmann wieder einmal gebraucht. Antje Hückstädt, Chefin des Darß-Museums, hat auf ihrem Grundstück einen Schiffsbauplatz eingerichtet. Hier können Interessierte selbst alte Boddenboote reparieren. Netzboote, Heuer, Polten liegen hier, die traditionellen Boote der Boddenfischer. Jens Lochmann, ein Holzboot-Fan erster Güte, gibt hier Bootsbaukurse für Urlauber. Lebendige Geschichte, eine Idee von Antje Hückstädt. Sie war es auch, die die Zeesboot-Traditionspflege bei der UNESCO zwecks Aufnahme als immaterielles Kulturerbe angemeldet hat. Der positive Bescheid kam Ende 2018: Die Boddensegelei, die Bewahrung und Nutzung der Zeesboote in der Mecklenburg-Vorpommerschen Boddenlandschaft und das gesamte Wissen darum, Pflege und Bau, wird in der UNESCO-Liste geführt und ist als schützenswert eingestuft.

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